Danach, so kritisierte der Elsterwerdaer Ortsvereinsvorsitzende Kai Dietrich, werde die Landesausbildungsförderung als eigenes Einkommen angerechnet und so für eine Eigenbeteiligung an der Schülerbeförderung zugrunde gelegt. "Diese beträgt beim höheren Schüler-Bafög-Satz 40 Prozent der Fahrkosten, mindestens jedoch 25 Euro", erläutert Dietrich. Gedacht sei die Förderung, die in Abhängigkeit von Einkommen und Vermögensverhältnissen bei monatlich 50 oder 100 Euro liegt, jedoch für Lernmittel, Arbeitsmaterialien, Literatur und technische Hilfsmittel. Nach Auskunft der Landesregierung sei der Elbe-Elster-Kreis der einzige im Lande, der so verfahre. Selbst ein Hinweis des Bildungsministeriums an Landrat Christian Jaschinski (CDU), den entsprechenden Passus in der Satzung zu verändern, habe bisher nichts geändert. "Eine Sanierung des Kreishaushaltes mittels solcher Maßnahmen ist sozialpolitisch mehr als schädlich", so Dietrich. Die Entlastung des Kreishaushaltes läge nach seiner Rechnung ohnehin je Jahr deutlich unter 20 000 Euro. Lutz Kilian, der Vorsitzende der Fraktion SPD/B90-Grüne, kündigte für die Sitzung des Kreistages am Montag, 28. November, einen entsprechenden Antrag zur Änderung der Satzung an. Der Unterstützung der Linken dürfte er sich sicher sein. Auch die Landtagsabgeordnete Carolin Steinmetzer-Mann kritisiert die Anrechnung der Förderung als Einkommen scharf.