Thomas Zenker, als Vorsitzender des SPD-Unterbezirkes Oberspreewald-Lausitz am Freitag Gast der Parteitages der Elbe-Elster-SPD in der Gaststätte "Zur Erholung", sorgte mit seiner Ankündigung für die Neuigkeit des Abends. War er im Bundestagswahlkampf 2009 im Wahlkreis 66 am Ende nicht nur dem Sieger Michael Stübgen (CDU), sondern auch André Brie von den Linken unterlegen gewesen, so fühlt sich Zenker durch die aktuelle Bundespolitik in seinem Ehrgeiz angetrieben, eine andere Politik dagegenzusetzen. Arbeitsmarkt- und Energiepolitik sind für ihn wesentliche Felder, auf denen er für seine Überzeugungen kämpfen will. Doch vor dem Bundestagswahlkampf steht die Hürde der parteiinternen Nominierung. "Es wird andere Kandidaten geben", ist sich Thomas Zenker im Klaren.

Für die 176 Mitglieder der SPD im Landkreis Elbe-Elster bleibt die vom SPD-Landesparteitag in Falkenberg ausgegangene Aufforderung aktuell, weiter an den Zukunftsideen für ein lebenswertes Brandenburg im Jahr 2030 mitzuwirken.

Stefan Wagenmann, Vorsitzender des SPD-Unterbezirkes Elbe-Elster, appellierte am Freitag an alle Menschen, auch über die Parteigrenzen hinaus, sich an dieser Zukunftsdiskussion zu beteiligen. Im Ergebnis bisheriger Überlegungen sprach sich Wagenmann für eine Mindestgröße der Ämter und Gemeinden mit eigener Verwaltung zwischen 10 000 und 12 000 Einwohnern aus. Abgeschafft werden sollten Landesämter, die Aufgaben im zweistufigen Verwaltungsaufbau von Ministerien und Kreisen erledigt werden. Eine Zukunft sollten innerhalb der Verwaltungsstrukturen die Ämter haben. Stefan Wagenmann forderte: Gemeindezusammenschlüsse sollten nicht mehr auf freiwilliger Basis erfolgen, dafür bedürfe es klarer Regelungen durch das Land. Die Landkreise sollten künftig Träger für alle Schulen, die Gemeinden hingegen nur noch für die Vorschulerziehung zuständig sein. Überregional wirkende Meldebehörden wie zum Beispiel Standesämter hält die Elbe-Elster-SPD für ebenso sinnvoll, wie hauptamtliche Kräfte in der Feuerwehr. Die Einsatzbereitschaft der Wehren auch in Zukunft zu sichern, lege die Überlegung nahe, sie mit dem Rettungsdienst zu koppeln.

Ralf Holzschuher, der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, verdeutlichte als Gast des Parteitages: Ein Rückgang der Bevölkerung in Elbe-Elster um bis zu 20 Prozent ist kaum zu verhindern. Jetzt müsse begonnen werden, die Stellschrauben so zu drehen, dass das Leben in allen Regionen Brandenburgs lebenswert bleibe. Da gebe es kein abgeschlossenes und einheitliches Konzept, da sei jede Überlegung gefragt.