Bergen. Das Bundesamt für Naturschutz stellt zwar die Förderung zum Jahresende vorzeitig ein. Das Naturschutzgroßprojekt Lausitzer Seenland wird trotzdem fortgesetzt. Die gewaltige Rutschung bei Bergen vom vergangenen Jahr und die von den Bergämtern in Sachsen und Brandenburg verordneten großflächigen Sperrungen haben dem Großprojekt den Boden entzogen. Die gemeinnützige Lausitzer Seenland-Gesellschaft kann derzeit nur noch über etwa zehn Prozent des ursprünglichen Flächenareals verfügen. Für das Jahr 2012 hat die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) den neuen Sanierungsplan für die betroffenen Naturschutz-Areale angekündigt. Alexander Harter geht davon aus, dass ein Großteil der Flächen auch in den nächsten fünf Jahren nicht verfügbar sein wird. Denn auch die Flurneuordnungsverfahren für das Gebiet liegen auf Eis. Mit diesen sollte die Flächenverfügbarkeit für den Naturschutz bis zum Auslaufjahr des Projekts 2014 geschaffen werden.

Die Gesellschafter des Naturschutzgroßprojektes Lausitzer Seenland haben nunmehr beschlossen, dass der Betrieb mit eigenen Mitarbeitern und eigener Ausstattung weitergeführt wird. „Das Projekt soll abgeschlossen werden. Eine Kehrtwendung auf der Zielgeraden hat keinen Sinn“, fasst Alexander Harter zusammen.

Er hat in den vergangenen Monaten mehrere Konzepte erarbeitet und darin skizziert, wie die Arbeit im Naturschutzgroßprojekt nach dem Jahreswechsel fortgeführt werden könne. „Sparmodus“ nennt er die künftige Verfahrensweise: Ausgaben müssen geringer gehalten und Erlöse effizienter generiert werden. Harter als Geschäftsführer der gGmbH muss künftig ohne seine beiden Mitarbeiter auskommen und wird nur noch von zwei Hilfskräften, Jugendlichen im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ), unterstützt.

Auch Alexander Harter selbst macht Abstriche bei seinem Einkommen. Für größere Aufgaben wie die Bestandssanierung, bei der Forsttechnik im Wald zum Einsatz kommen muss, will der Betrieb weiter mit externen Dienstleistern zusammenarbeiten. Fakt ist, dass etwa 1000 Hektar Fläche nicht umfänglich für die NGP-Arbeit zur Verfügung stehen und deshalb weniger Erlöse erzielt werden. Es besteht daher entgegen der ursprünglichen Planung, das Projekt nach der Bundesförderung ohne Zuschüsse fortzuführen, immer noch ein Zuschussbedarf in fünfstelliger Größenordnung. Um dem entgegenzusteuern, soll beispielsweise Holz als Brenn- statt als Biomasseholz verkauft werden. Das bringt mehr ein.

„Folgepflege und Nachlichtung im Wald, Zaunkontrolle und -reparatur, Futterraufen bestücken“, zählt Alexander Harter einige Aufgaben für das Jahr 2012 auf. „Es gibt ständig zu tun, der Waldumbau ist noch nicht abgeschlossen.“

Sorgen, dabei ohne zwei zupackende Helfer dazustehen, braucht der Geschäftsführer glücklicherweise nicht zu haben. In letzter Zeit gab es in Bergen mehr Bewerber als freie FÖJ-Plätze. Der Einsatz mit der abwechslungsreichen Arbeit sei attraktiv für junge Leute, meint Alexander Harter. Sie werden gefordert, arbeiten „richtig“.

Die derzeitigen FÖJler „toben“ sich gerade bei der Waldpflege aus. In solche Aufgaben sollen ehrenamtliche Kräfte wie der Elsterheider Naturschutzbeauftragte oder Jäger künftig stärker eingebunden werden. Das verbindliche Folgekonzept für die Arbeit muss bis März beim Umweltministerium in Dresden liegen.

Ursprünglich war auch vorgesehen, den Bereich Naturerlebnis und Erlebnispädagogik stärker auszubauen. Nach den Sperrungen habe sich ein potenzieller Partner jedoch zurückgezogen. „Wir wollen aber dranbleiben“, versichert Alexander Harter. Möglicherweise können bald wieder Naturführungen im Gebiet stattfinden.