Angesicht der heftigen Kritik an seiner Elefantenjagd in Afrika bemüht sich Spaniens König Juan Carlos um Schadensbegrenzung. Unmittelbar nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus wolle der Monarch am Freitag gemeinsam mit Ministerpräsident Mariano Rajoy beraten, wie den Vorwürfen begegnet werden solle, berichtete die Tageszeitung "El Mundo" am Montag. Der 74-Jährige hatte sich in einem Safari Camp in Botsuana die Hüfte gebrochen. Dass der König mitten in der spanischen Schuldenkrise Elefanten in Afrika jagt, stößt nicht nur in der Heimat auf Kritik und Empörung.

Die frühere französische Filmdiva und Tierschützerin Brigitte Bardot (77) schrieb Juan Carlos einen bitterbösen Brief und verglich ihn mit Wilderern. "Das ist widerlich und unwürdig für eine Person Ihres Ranges", heißt es in dem von Bardots Stiftung verbreiteten Schreiben.

"Ihre Majestät, ich wünsche Ihnen keine zügige Genesung, wenn dies dazu führt, dass sie Ihre mörderischen Reisen nach Afrika oder anderswohin fortsetzen, aber ich hoffe, dass dieser Sturz Ihre Gedankenwelt wieder in Ordnung bringt."

In der spanischen Presse wurde dem König Verantwortungslosigkeit und Gefühllosigkeit vorgeworfen. Die rechtsliberale Zeitung "El Mundo" sprach von einer "unverantwortlichen Reise, die zum falschen Zeitpunkt stattgefunden hat". Der linke Parlamentarier Gaspar Llamazares meinte, das Königshaus habe mit dem Jagdausflug gezeigt, dass es ihm an Sensibilität fehle in einer Zeit, in der viele Spanier nicht wüssten, wie die Zukunft ihrer Kinder aussehen werde.

Auch der WWF Deutschland kritisierte den Jagdausflug und verlangte eine Erklärung von dem Monarchen: "Wir gehen davon aus, dass es sich um eine legale Trophäenjagd gehandelt hat. Als Ehrenpräsident des spanischen WWF hätte er das aber lieber bleiben lassen sollen", sagte Sprecher Roland Gramling, am Montag in Berlin.