Als dem Wendischen Museum im Sommer des vorigen Jahres eine Schenkung von fünf Alfred-Janigk-Gemälden von der Großnichte des Malers, Martha Luise Stallmann, in Aussicht gestellt wurde, die am 7. Juli dieses Jahres ihr Sohn, Ulrich Stallmann überbrachte, musste natürlich zum Dank an die Stifterin eine Ausstellung folgen.

Eine gute Möglichkeit, den zu Unrecht wenig beachteten Cottbuser Maler Alfred Janigk aus dem sorbischen (wendischen) Kulturkreis gebührend zu würdigen.

Für die Ausstellung sind Werke aus dem Bestand des Wendischen Museums, des Stadtmuseums Cottbus sowie aus Privatbesitz zusammen gestellt worden, die den Maler vorrangig mit Niederlausitzer Landschaften, Cottbuser Stadtansichten und Porträts namhafter Persönlichkeiten vorstellen (u.a. mit dem Porträt von Oberbürgermeister Paul Werner und dem Porträt von Otto Enke, Stifter des Enkebrunnens) sowie mit einigen Bildern, die bei Reisen durch Deutschland entstanden. Leider ist der Verbleib vieler seiner Gemälde bis heute unbekannt. Eine Mappe mit Reproduktionen verweist auf das reiche Schaffen des Cottbuser Malers. Dank privater Leihgaben können die Museumsbesucher Motive sehen, die erstmalig in der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Alfred Janigk ist am 13. Mai 1989 in Koschendorf/Ko{scaron}nojcach als Sohn des Bauern Gustav Janigk geboren. Er erlernte den Beruf des Dekorationsmalers in Cottbus.

Zu seinen Lehrern an der Berufsschule gehörte u.a. auch Gottfried Hermann Herzog, den er später porträtierte (Porträt ebenfalls in der Ausstellung). Janigks Talent zum Malen erkannte auch der Cottbuser Tuchfabrikant Max Grünebaum. Er ermöglichte ihm ein Kunststudium in Berlin und München. Nach dem Studium arbeitete und lebte Janigk in Cottbus in der Schillerstraße 60. 1919 trat er der Cottbuser Freimaurerloge, der Johannisloge „Zum Brunnen in der Wüste“ bei, die 1935 von den Nazis aufgelöst wurde. Das Porträt vom letzen Cottbuser Logenmeister Franz Sack ist ebenfalls in der Ausstellung.

In den Jahren 1951/52 stellte er gemeinsam mit Paul Busch im Haus des Kulturbundes Cottbus aus. Im gleichen Jahr, 1952, musste er Cottbus verlassen und zog nach Nordrhein-Westfalen, nach Bottrop, später Gelsenkirchen. Dort war er weiterhin künstlerisch tätig. Zu den bekanntesten Arbeiten zählt die Ahnengalerie wichtiger Vorstandsmitglieder und Fußballer vom Verein Schalke 04.

Am 18. September 1968 verstarb Janigk in Gelsenkirchen.

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Zum ThemaAm heutigen Donnerstag wird um 19 Uhr im Wendischen Museum Alfred Janigks erste Personalausstellung vom Cottbuser Oberbürgermeister, Frank Szymanski, und dem Landrat des Landkreises Spree-Neiße, Harald Altekrüger, eröffnetSonntag, 6. November,15 Uhr: „Alfred Janigk und die Freimaurerei“: Gespräch mit Siegmar Lorenz, Vorsitzender Meister der Johannisloge „Zum Brunnen in der Wüste“Donnerstag, 1. Dezember, 17 Uhr: „Plauderei mit Siegfried Kohlschmidt über den Cottbuser Maler Alfred Janigk“