Eine Langzeitstudie des Weißstorchbeauftragten Wolfgang Köhler belegt, dass der Bestand in der Niederlausitz seit 1996 um 14 Prozent zurückgegangen ist.

Konnte Köhler vom Beginn seiner Aufzeichnungen in den 1970er-Jahren bis 1996 bei der Bestandsentwicklung einen "deutlichen Aufwärtstrend" verzeichnen, so fällt die Bilanz der zurückliegenden Jahre eher nüchtern aus. "Trotz aller Bemühungen gehen die Bestandszahlen zurück", so der Radduscher.

Der Abwärtstrend spiegelt sich auch hinsichtlich der Storchendörfer wider. "Mit Burg, Dissen, Leibsch, Lübben und Lübbenau ist die Zahl der Störchendörfer in der Niederlausitz von neun auf fünf zurückgegangen", erklärt er. In Peitz, Straupitz, Schlepzig und Naundorf bei Forst gäbe es nicht mehr die erforderlichen fünf Brutpaare, die das Tragen des Titels "Storchendorf" rechtfertigen. Als Ursache des Rückganges führt der Experte "eine Summe von Faktoren" an. So führe die Intensivierung und Chemisierung in der Landwirtschaft zur Verarmung der Kleintierwelt, der Hauptnahrung der Störche.