Am 3. und 4. Dezember haben Besucher die einzigartige Möglichkeit, mit einer Kahnfahrt gleich zwei Weihnachtsmärkte zu besuchen. Am Großen Hafen in Lübbenau begrüßt der „Maritime Weihnachtsmarkt“ die Gäste aus nah und fern. Auf Wunsch bringen die Lübbenauer Kahnfährleute die Besucherschar dann nach Lehde. Im Lagunendorf werden die Angereisten im Freilandmuseum vom Bescherkind und Rumpodich herzlich begrüßt. Beim Rundgang lernen die Besucher das Museum unter dem Motto „Weihnachten, wie's früher war“ kennen. Die RUNDSCHAU sprach mit Steffen Franke (39), Geschäftsführer der Kahnfährgenossenschaft Lübbenau und Umgebung, über den Stand der Vorbereitungen.

Liegen die Vorbereitungen zur Spreewaldweihnacht im Zeitplan?

Genau. Wir präsentieren den Besuchern mittlerweile den dritten „Maritimen Weihnachtsmarkt“ und konnten bei den Vorbereitungen für diesen Höhepunkt viele Erfahrungen sammeln. Diese Erkenntnisse kommen uns jetzt zugute. Im Hafen werden die Besucher von einem Kapitän freundlich begrüßt. Im Freilandmuseum Lehde wird es jetzt sicher viel schwerer sein, die gesamte Anlage auszugestalten und zu schmücken. Die Leute dort leisten richtig Schwerstarbeit für das Fest.

Wie steht es mit den Vorbestellungen für die traditionellen Kahnfahrten?

Die Resonanz bei der Bevölkerung für diese Spreewaldweihnacht ist sehr groß. Bereits 1200 Platzkarten sind vorbestellt. Viele Gäste, so unsere Erfahrungen, werden noch ganz spontan anreisen. Die Besucher kommen aus ganz Deutschland. Tatsache ist, dass es nur bei uns die Möglichkeit gibt, mit einem traditionellen Spreewaldkahn zu zwei Weihnachtsmärkten zu fahren.

Was war für Sie die größte Überraschung?

Das ist der Sonderzug am 2. Adventssonntag aus Berlin-Spandau. Dass die Besucher im Sommer mit einem Sonderzug in den Spreewald anreisen, ist hinlänglich bekannt. Aber dieser Berliner Zug kommt nur wegen der Spreewaldweihnacht nach Lübbenau. Wir sind uns sicher, die Gäste aus Berlin werden zwei herrliche und unvergessliche Weihnachtsmärkte in Lübbenau und Lehde erleben.

Wie ist es möglich, über 1200 Gäste von Lübbenau nach Lehde zu bringen?

Wir haben bei der Spreewaldweihnacht insgesamt 20 Kahnfährleute im Einsatz. Die ersten Kähne werden gegen 11 Uhr in Richtung Freilandmuseum Lehde ablegen. Die Fahrt nach Lehde dauert etwa eine Stunde. Auf den Kähnen gibt es warme Decken und heiße Getränke. Nach dem Aufenthalt in Lehde geht es per Kahn wieder zurück. Die letzte Abfahrt vom Großen Hafen in Lübbenau erfolgt um 15 Uhr. Vom Freilandmuseum in Lehde fährt der letzte Kahn gegen 17 Uhr zurück. Viele Besucher, besonders Familien mit Kindern, werden auch bei der Fackelwanderung teilnehmen und so nach Lübbenau zurückkehren.

Bei den umfangreichen Vorbereitungen sind doch bestimmt die Lutken beteiligt.

Richtig. Jetzt sieht man die Lutken jeden Tag am Hafenbecken werkeln. Ohne die Hilfe vieler Helferinnen und Helfer würde es kein Weihnachtsfest am Hafen geben. Bei der Spreewaldweihnacht sitzen die Lutken mit Sprechrollen und adretter Kleidung im Kahn. Die Besucher werden sicher überrascht sein. Aber das Kennenlernen der Lutken ist eine große Freude.

Mit STEFFEN FRANKE sprach Bernd Marx/bdx1