Auf Deutschland kommt eine Hitzewelle mit Höchstwerten bis zu 40 Grad Celsius zu. Am Sonntag, 17. Juli, verbreite sich landesweit viel Sonne, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag mit. Nur im Norden könnten dichtere Wolken durchziehen.
Den Meteorologen zufolge werden im Südwesten Deutschlands die höchsten Temperaturen erreicht. Dort sollen sie auf 25 bis 31 Grad klettern.

Von wegen Hitze – Erfrischung pur in Berlin und Brandenburg

Im Norden und Osten - dazu zählen Berlin und Brandenburg - liegen die Höchstwerte am Sonntag jedoch zwischen angenehmen 20 und 24 Grad. In der Nacht zu Montag kühle es sogar auf 16 bis 8 Grad ab. Auf der Website des DWD wird aktuell (16. Juli, 13.30 Uhr) gar von 13 bis 9 Grad in der Nacht zu Montag gesprochen - Erfrischung pur.
Die Woche startet sonnig mit lockeren Schleierwolken. Am Montag steigen die Temperaturen laut DWD auf 29 bis 34 Grad, in Berlin und Brandenburg auf 26 bis 30 Grad, während es im Westen und Südwesten bis zu 36 Grad werden soll.

Ostsee-Urlauber bekommen von Hitze nichts mit

Für alle Urlauber an der Ostseeküste, auf Rügen und Usedem gibt es komplette Entwarnung: Die Küsten bleiben von der Hitze verschont. In diesen Regionen erwarten die Meteorologen 20 bis 25 Grad Celsius.
Am Dienstag, 19. Juli rechnet der DWD mit dem vorläufigen Höhepunkt der Hitzewelle. Im Südwesten und Westen Deutschlands soll eventuell die 40-Grad-Marke geknackt werden. Für Berlin und Brandenburg gilt nach aktueller Vorhersage: Es soll am Dienstag Höchstwerte zwischen 31 und 35 Grad Celsius geben.
Im Nordosten liegen die Maximalwerte zwischen 30 und 34 Grad Celsius. In der Nacht zu Mittwoch könnten im äußersten Westen und Südwesten Schauer aufziehen, einzelne Gewitter seien nicht ausgeschlossen.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat angesichts der erwarteten Temperaturen im Süden Deutschlands in den kommenden Tagen auf die Risiken der Hitze hingewiesen. Typische Beschwerden könnten Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Herz-Kreislauf-Störungen sein. „Für ältere Menschen können die hohen Temperaturen ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben. Trinken Sie daher ausreichend und meiden Sie die Hitze!“, riet Holetschek am Samstag.

Südeuropa leidet unter Hitzewelle und Brände

Die Hitzewelle hat in Südeuropa deutlich gravierendere Auswirkungen. Hitze, Trockenheit und Waldbrände setzen weiten Teilen Südeuropas weiterhin schwer zu. In Portugal starb ein Pilot beim Absturz seines Löschflugzeugs. Im italienischen Adria-Badeort Bibione flohen Touristen wegen eines Waldbrandes ins Meer und wurden dort von der Küstenwache gerettet.
Portugal leidet wie das Nachbarland Spanien unter Temperaturen von in der Spitze über 40 Grad. In Spanien wurden am Samstagmorgen insgesamt 33 Waldbrände registriert, von denen 14 außer Kontrolle waren. In der Nähe von Málaga mussten 2300 Menschen wegen nahender Flammen ihre Häuser in der Stadt Alhaurín el Grande verlassen, wie die Zeitung „El País“ berichtete.

Mega-Hitzewelle für Berlin und Brandenburg bleibt aus

Die zunächst auch für Deutschland heraufbeschworene dramatische Hitzewelle bleibt hingegen aus. Hintergrund ist offenbar ein Rechenfehler des amerikanischen Wettervorhersagemodells Global Forecast System (GFS). Das GFS habe die aus Spanien und Frankreich heranströmende heiße Luft fälschlicherweise mit einer hierzulande vorherrschenden Bodenfeuchte von null Prozent in Zusammenhang gebracht, erklärte ARD-Wetterexperte Roland Vögtlin.
So sei es zu den hohen errechneten Temperaturen von 40 Grad Celsius und mehr gekommen. „In der Realität liegt die Bodenfeuchte aber auch bei Trockenheit hier nicht bei null Prozent, sondern immer bei mindestens zwei bis drei Prozent“, erklärte Vögtlin den Rechenfehler gegenüber rbb24.
Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte den Berechnungen uneingeschränkt Glauben geschenkt und via Twitter dramatische Appelle an die Bevölkerung gerichtet. „Wir müssen jetzt schon damit beginnen, ältere und kranke Menschen vor der Mega Hitzewelle zu schützen. Vorräte an Flüssigkeit, Ventilatoren, über die Bedeutung von Flüssigkeitkeitszufuhr reden. Erreichbar sein. Diese Hitzewelle könnte viele Todesopfer bringen“, schrieb Lauterbach noch vor wenigen Tagen in einem Tweet.