"Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, wie sich Schüler und Eltern mit ihrer Schule identifizieren und sich einbringen", ist Immanuel Wendt, Direktor des evangelischen Gymnasiums in Doberlug-Kirchhain am Samstag sichtlich zufrieden gewesen mit dem Verlauf des Tages. Angesprochen, was denn das Besondere an der Schule, ihr Alleinstellungsmerkmal sei, muss der Direktor nicht lange nachdenken: "Es ist wohl die Vielfalt unserer Angebote, das hohe Auswahlangebot und die starke Durchlässigkeit zu unserer Oberschule."

Die Schule ist eine dreizügige Ganztagsschule mit derzeit 360 Schülern und 40 Lehrern. Sieben Sprachen werden unterrichtet, unter anderem auch Chinesisch. Und damit hat die Schule ein echtes Alleinstellungsmerkmal. In ganz Brandenburg gibt es nur zwei Schulen, die die meistgesprochene Sprache der Welt anbieten. Seit 2009 unterrichtet Anette Schaefer die komplizierte Sprache mit ihren für uns sehr ungewöhnlichen Klanglauten. Mit einem freundlichen "huan ying", was so viel wie "Willkommen" heißt, begrüßt sie die Gäste. "Wir unterrichten hier nicht nur die Sprache, wir wollen auch ein Stück der chinesischen Alltagskultur den Schülern vermitteln. Dazu haben wir auch eine intensive Kooperation mit dem Konfuzius-Institut und sogar Reisen nach China stehen auf dem Programm", macht die engagierte Lehrerin die eventuell neuen Schüler neugierig.

Bei Lisa Paschetag aus Lauchhammer ist es ihr schon gelungen. "Ich will unbedingt die Sprache lernen, denn ich finde die Zeichen total cool", so die Fünftklässlerin. Zwei Jahre muss Lisa sich noch gedulden, denn Chinesisch gibt es erst ab Klasse Sieben.

Auch bei einer Umfrage unter den Eltern zeichnet sich ein durchweg positives Bild der Schule ab. "Unser Sohn Lucas wollte von Anfang an in diese Schule", so Heike Klonneck aus Schönewalde. "Bereut haben wir unsere Entscheidung bisher noch nicht. Es gibt hier ein sehr junges und engagiertes Lehrerteam, die Klassenstärken sind nicht zu hoch und die Kinder werden sehr gut gefördert und gefordert. Durch die vielen Angebote werden auch besondere Begabungen gefördert und es herrscht im Allgemeinen ein sehr gutes Lernklima hier."

Die Zwillinge Lukas und Tobias Richter aus der 8c sehen ihre Schule ähnlich. "Die Lehrer sind hier sehr jung, alle okay und viele haben immer Ideen." So wie ihre Geschichtslehrerin Heide Stephan. Sie hatte nämlich die Idee einer historischen Schulführung und konnte Lucas und Tobias sofort dafür begeistern. Beide führen mit Frack und Zylinder die Gäste durch das Haus und über den Hof. Dabei trumpfen sie mit viel Faktenwissen auf.

Wo es so viel Licht gibt, gibt es sicher auch etwas Schatten? Der Direktor überlegt kurz und sagt: "Wir wünschen uns einen noch besseren Stand innerhalb der Stadt. Es ist wohl wie mit dem Propheten, der wenig gilt im eigenen Land. Was das Verhältnis Stadt - Schule angeht, gibt es noch große Reserven." Spricht es und muss sich gleich wieder um Eltern kümmern, denn bei so viel Vielfalt und Angeboten gibt es natürlich auch viel Erklärungsbedarf.