Als Werbungskosten anerkannt werden auch die Ausbildungskosten im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses, weil in diesem Fall die Ausbildungsvergütung steuerpflichtig ist. Das trifft zum Beispiel auf Auszubildende in der Lehre zu, aber auch auf Referendare im Schul- oder Rechtsbereich. Dem gegenüber stehen alle Kosten für Fortbildungen, die vor allem privat motiviert sind, wie Grundkurse für das Erlernen einer Sprache. Hier sagt das Finanzamt ganz klar, dass es sich um Kosten der privaten Lebensführung handelt, die grundsätzlich nicht absetzbar sind.
Nicht mehr so umstritten wie früher ist die steuerliche Bewertung von Promotionskosten. Die Kosten sind in aller Regel als Werbungskosten absetzbar, wenn die Promotion nach dem Abschluss des Studiums absolviert wird und einen Bezug zum Beruf hat. Die Absetzbarkeit ist auch gegeben, wenn die Promotion Bestandteil des Arbeitsvertrages ist oder der Arbeitsvertrag als einzigen Inhalt hat, die Promotion fertigzustellen. Nur bei gekauften Doktortiteln dürfen die dafür gezahlten Honorare nicht abgesetzt werden.

Wenn sich Arbeitslose weiterbilden
Wer als Arbeitsloser Fortbildungen besucht, kann die Kosten ebenfalls als Werbungskosten absetzen und gegebenenfalls in den Folgejahren mit dann wieder erzieltem Einkommen verrechnen. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Arbeitslosen dem Arbeitsmarkt nach der Fortbildung uneingeschränkt zur Verfügung stehen, wie es der Bundesfinanzhof (BStBl. 1996 II S. 482 und 529) bereits vor einigen Jahren formuliert hat.
Absetzbar sind alle Kosten, die mit der Ausbildung in Zusammenhang stehen. Das können Reisekosten sein, Prüfungs- oder Seminargebühren, alle Kosten für Lern- und Arbeitsmittel und auch Finanzierungskosten, wenn die Fort- oder Ausbildung mit einem Kredit finanziert wird. Ebenfalls absetzbar sind die Kosten für vorgeschriebene Studienreisen oder Exkursionen: So konnte zum Beispiel ein Bankangestellter die Kosten für Reisen nach Wien und London absetzen, weil die Reisen Bestandteil eines Fortbildungslehrgangs waren (Finanzgericht Saarland, Az.: EFG 1991 S 726).

Private Arbeitsgemeinschaften
Absetzen lassen sich übrigens auch die Kosten für Fahrten zu privaten Arbeitsgemeinschaften. Damit die Kosten anerkannt werden, empfiehlt es sich, von jedem Treffen ein Protokoll anzufertigen - ansonsten wird das Finanzamt in aller Regel private Motive unterstellen und die Anerkennung der Kosten als Werbungs- oder Ausbildungskosten ablehnen.
Problematisch wird die steuerliche Behandlung immer dann, wenn die Ausgaben für Fortbildungen höher sind als die Einnahmen im entsprechenden Steuerjahr. Bei Werbungskosten können die nicht verbrauchten Ausgaben mit Einkünften des Ehegatten verrechnet oder in andere Jahre vor- oder zurückgetragen werden. Die Kosten gehen also steuerlich nicht verloren.
Als Sonderausgaben fallen die Kosten jedoch unter den Tisch, wenn keine entsprechenden Einnahmen vorhanden sind. Denn die Sonderausgaben können weder verrechnet noch in andere Jahre übertragen werden.