Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin. Er bezieht sich auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein (Az.: 3 Sa 354/14).

In dem verhandelten Fall arbeitete eine Frau seit 1992 in einem Betrieb, zuletzt als Leiterin einer Abteilung mit 300 Mitarbeitern. In zahlreichen Gesprächen verlangte sie eine Vergütung als außertariflich Angestellte. Um ihrer Forderung nach einer Gehaltserhöhung Nachdruck zu verleihen, begann sie einen Sitzstreik im Büro des Niederlassungsleiters.

Nachdem die Vorgesetzten den Raum verlassen hatten, blieb die Frau weitere drei Stunden sitzen. Sie musste von der Polizei hinausbegleitet werden. Der Arbeitgeber kündigte der Frau fristlos, hilfsweise fristgerecht. Das Gericht gab der ordentlichen Kündigung statt, nicht jedoch der fristlosen.