"Das finde ich richtig", sagt Bernd Kuß aus Guben. "Radfahrer sind Verkehrsteilnehmer wie jeder andere auch und müssen sich dementsprechend auch an die Regeln der Straßenverkehrsordnung halten", fügt er hinzu. Wenn sie das nicht tun, gefährden sie die Verkehrssicherheit. Im Interesse aller Verkehrsteilnehmer wünsche er den Radfahrern, zu denen er auch hin und wieder zähle, eine gute, unfallfreie Fahrt, sagt Bernd Kuß.

Erika Weyrauch aus Forst hält nichts von härteren Strafen für Radfahrer: "da können sie ja auch gleich noch die Fußgänger mit einbinden", wettert sie. "Ich fahre seit 77 Jahren mit meinem Fahrrad. Solange sich alle Verkehrsteilnehmer an Regel ein der Straßenverkehrsordnung halten, kommt man wunderbar miteinander aus. da braucht es dann auch keine härteren Strafen."

Ähnlich sieht es Wilfried Olzog (67) aus Guben: "Ich glaube nicht, dass es in Guben zwischen Rad- und Autofahrern Probleme gibt. Wenn ich mit dem Auto an radelnden Kindern vorbeifahre, bin ich natürlich aufmerksamer und vorsichtiger. Aber die Touristikradler verhalten sich meiner Erfahrung nach verkehrskonform. Da ich selbst gerne radle, bin ich froh über das gut ausgebaute Radwege-Netz in und um Guben."

Hardi Stange aus Welzow hat zu Rüpel-Radfahrern eine klare Meinung: "Wenn damit Radfahrer gemeint sind, die bei Ampelrot und an Fußgängerüberwegen nicht anhalten, das Abbiegen nicht anzeigen, ohne Licht fahren und viel zu schnell auf Fußwegen unterwegs sind, dann bin ich sehr für härtere Strafen", sagt der 82-Jährige, der viele Jahre lang einem Verein zur Jugendverkehrserziehung in der Spremberger Region vorstand. Der Verein übt mit Kindern das Radfahren im öffentlichen Verkehrsraum. "Wir bringen den Kindern bei, sich rücksichtsvoll zu verhalten und nach den Regeln der Straßenverkehrsordnung zu fahren", so Stange. Wenn Erwachsene sich über diese Regeln hinwegsetzen, sollten sie das möglichst deutlich am eigenen Portemonnaie spüren.

Bernd Opel, (58), Cottbus: "Ich bin mehr dafür, dass die Radwege ausgebaut werden. Man sieht ja, wie viele unterwegs sind. Gegenseitige Rücksichtnahme ist wichtig, sonst funktioniert es nicht."

Jenny Lorbeer, (21), Cottbus: "Mit der Frage ist man erst mal überfordert. Gestern zum Beispiel ist jemand über die Straße gefahren, so wie man es machen soll, und hat dabei die Bahn behindert. Das ist dann natürlich auch schlecht."

Kornelia Michaelis, (52), Guben: "Ich bin eigentlich selber so eine. Ich fahre auch gerne mal eine Abkürzung oder da, wo kein Verkehr ist. Aber man muss eben sehen, dass man keinen behindert. Ansonsten finde ich das nicht so schlimm."

Klaus Legall, (68), Cottbus: "Rüpelradfahrer kommen ja erst dadurch zustande, dass die Straßen oft nicht geeignet sind. Also weicht man auf Fußwege aus und die sind dann oft für Radfahrer genauso gefährlich wie für Fußgänger. Statt höherer Strafen müsste das Zusammenleben von Fußgängern und Radfahrern besser koordiniert werden."

Maximilian Schmieder, (24), Cottbus: "Ich finde es gut und wichtig, dass viele Leute Rad fahren. Ich fürchte, bei höheren Strafen bleiben mehr Fahrräder in den Kellern stehen und es werden andere Verkehrsmittel gewählt. "