Die Bauernregel, wonach der Siebenschläfertag das Wetter der folgenden sieben Wochen bestimmt, hat aus Expertensicht in diesem Sommer zugetroffen. Das Ergebnis sei ein sehr wechselhaftes Wetter in den vergangenen Wochen gewesen, sagte Meteorologe Adrian Leiser vom Deutschen Wetterdienst.

Ende Juni und Anfang Juli seien Tiefdruckgebiete vom Nordatlantik "auf einer weit nach Süden verschobenen Zugbahn" nach Europa gezogen. Dadurch sei es zu dem wechselhaften Wetter gekommen.

An diesem Montag ist der Siebenschläfertag - der 27. Juni - genau sieben Wochen her. "Im Gegensatz zu anderen Bauernregeln hat die Siebenschläferregel eine ganz gute Trefferquote", erläuterte Leiser. "Man kann sagen, dass sich in etwa zwei von drei Jahren eine Wetterlage (am Siebenschläfertag) einstellt, die auch danach wetterbestimmend ist." In diesem Jahr folgte ein Jo-Jo-Sommer mit kühlen Phasen und Regenfällen, unterbrochen von kurzen warmen Phasen. "Ein typischer wechselhafter mitteleuropäischer Sommer", meinte der Wetterexperte. Aus meteorologischer Sicht sei die Fixierung auf einen Tag zur Wetterprognose allerdings nicht sinnvoll. "Entscheidend ist die Großwetterlage, und die lässt sich nicht an einem Tag festmachen." Die Wetterforscher beobachten für ihre "Siebenschläferanalyse" den Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli - und damit die Eckdaten des traditionellen und des kalendarischen Siebenschläfertages. Denn nach der gregorianischen Kalenderreform müsste der Siebenschläfertag entsprechend der heutigen Zeitrechnung auf den 7. Juli verlegt werden. Leiser zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass das Wetter jetzt wieder besser wird.