Monatelang soll er dem Unterricht ferngeblieben sein. Am Montagmorgen kehrte er als Amokläufer an das Privatcollege in Oakland / Kalifornien zurück und richtet ein Blutbad mit sieben Toten an. Er habe den Studenten befohlen, sich an einer Wand aufzustellen, sagte der 20-jährige Paul Singh dem "San Francisco Chronicle". Singh gab wieder, was ihm seine Schwester Dawinder unter Tränen berichtet habe. "Meine Schwester rief mich an, während sie rannte und sagte, sie sei getroffen worden."

Die 19-jährige Studentin mit einer Schusswunde am Arm zählte am Montagabend zu den Überlebenden eines Blutbads, das Oaklands Polizeichef Howard Jordan als "schockierendes und sinnloses" Verbrechen beschrieb. An der Oikos University wurden zehn Menschen angeschossen, fünf starben noch im Kugelhagel, zwei erlagen wenig später ihren Verletzungen. Ersten Erkenntnissen zufolge handelt es sich bei den Opfern um sechs Frauen und einen Mann im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, berichtet die lokale Zeitung "Oakland Tribune".

Die Ermittler rätseln über die Motive des Mannes, der sich später der Polizei stellte. Der 43-Jährige koreanischer Abstammung kann etwa eine Stunde nach dem Amoklauf in einem Einkaufszentrum gefasst werden. Angestellten eines Supermarktes habe er gesagt, dass er Menschen erschossen habe und festgenommen werden müsse, berichteten US-Medien. Augenzeugen beschrieben den untersetzten Mann als ruhig, fast wie betäubt, sagte eine Frau.

Im krassen Gegensatz dazu stehen das Chaos und die Panik am Tatort: Fernsehbilder zeigten Menschen, die am Montagvormittag (Ortszeit) schreiend aus dem kleinen christlichen College in einem Gewerbeviertel der Stadt Oakland flüchteten. Polizisten in Kampfausrüstung halfen Verletzten aus dem Gebäude. Einige wurden auf Tragen herausgeholt. Für andere kam die Hilfe zu spät. Sie wurden auf dem Rasen vor der Schule abgelegt und mit Tüchern bedeckt.

Die Polizei musste Fenster und Türen aufbrechen, um zu den Opfern vorzudringen. Viele Studenten hatten sich aus Angst verbarrikadiert.

Sie sei von dem Warnruf "Jemand hat eine Pistole, lauf" alarmiert worden, sagte die Studentin Debra Lee. Sie habe das erst für einen Witz gehalten, sei dann aber um ihr Leben gerannt. Gewalt passt überhaupt nicht in das Bild der kleinen Oikos University, die "christliche Werte" auf ihrer Website auflistet. Zumeist asiatische Schüler belegen dort Kurse für Medizin, Musik, religiöse Studien und Krankenpflegerlehrgänge.

Pastor Jong Kim, der Gründer der Einrichtung, sagte der "Oakland Tribune", dass es sich bei dem Täter um einen früheren Krankenpflegeschüler handele. Er sei aber nicht sicher, ob der Mann von der Schule verwiesen worden sei oder sie freiwillig verlassen habe.