Die Jugendkammer sprach den Amokläufer gestern wegen versuchten Totschlags in 33 Fällen sowie gefährlicher Körperverletzung schuldig. Der ursprüngliche Mordvorwurf wurde fallen gelassen.
Der betrunkene Jugendliche hatte am 26. Mai kurz vor Mitternacht im Berliner Regierungsviertel mit einem Messer wahllos auf feiernde Menschen eingestochen. Acht Opfer schwebten in Lebensgefahr. Insgesamt hatte der Amokläufer 41 Personen angegriffen. Die Betroffenen kämpften monatelang mit der Angst. Einer der ersten mit dem Messer Verletzten war mit dem HI-Virus infiziert. Zum Glück wurde niemand angesteckt.
Das Motiv blieb in dem nichtöffentlichen Prozess auch nach der Vernehmung von mehr als 60 Zeugen unklar. Es sei dem Jugendlichen nach Ansicht des Gerichts aber darauf angekommen, Macht und Überlegenheit auszuüben, sagte Gerichtssprecherin Iris Berger.
Richterin Gabriele Eschenhagen sagte nach Angaben der Sprecherin, der Schüler habe eine Blutbahn hinterlassen, habe aber nicht töten wollen. Jedoch sei ihm der mögliche Tod von Menschen gleichgültig gewesen. Das Gericht sei zu dem Schluss gekommen, dass keine Mordversuche aus Heimtücke vorlagen. Der Jugendliche habe die Arglosigkeit der feiernden Menschen nicht bewusst ausgenutzt. Mit der Strafe blieb das Gericht nur gering unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft von siebeneinhalb Jahren. Der Amokläufer will das Urteil annehmen. Er hatte sich im Prozess persönlich bei allen Opfern entschuldigt. (dpa/cd)