Weniger der Zugang, eher schon die Ware der Clubs ist "exklusiv". Oft sind es ursprünglich sehr teure Klamotten oder Schuhe, die Anbieter wie brands4friends oder Vente Privée im Sortiment haben. Auch Unterhaltungstechnik oder Haushaltsutensilien werden teils mit Nachlässen von bis zu 70 Prozent angeboten. "Bekannte Hersteller wollen so ihre Warenüberhänge und Auslaufmodelle loswerden", erklärt der Branchenanalyst Jochen Krisch.
In Frankreich sei dieses Prinzip schon länger ein großer Erfolg. "Hierzulande fasst die Idee gerade erst Fuß", sagt Krisch. Neun Vertreter listete die Überblick- Seite unter www.shopping-clubs.de zuletzt auf. "Manche Anbieter beginnen sich inzwischen auf Sportartikel, Kinderausstattung oder Urlaubsreisen zu spezialisieren", hat Silke Berz, die Betreiberin des Portals, festgestellt.

Geheimniskrämerei erwünscht
Bei den Clubs einkaufen darf, wer von einem Mitglied eingeladen wurde. Wo es was wie günstig gibt, soll sich "herumsprechen". Ein wenig Geheimniskrämerei ist erwünscht: Die Markenartikelhersteller möchten nicht, dass jeder mitbekommt, wie sie ihre teuren Produkte verramschen. "Wir machen die Angebote nur Mitgliedern zugänglich, damit sie nicht in Preisvergleichen sichtbar sind", erklärt Harald Ernst, Geschäftsführer des Anbieters BuyVip .
Aber allzu hermetisch abgeschottet sind die Clubs dann doch nicht. Weil sie noch in der Anlaufphase stecken, sind die meisten Anbieter freigiebig. BuyVip etwa verschenkt Gutscheine für erfolgreiche Einladungen. "Letztlich haben wir ein Interesse an einem großen Kundenkreis", sagt Ernst. Die Zielgruppe beschreibt er als "erfahrene Schnäppchenjäger, die zwar gern und günstig Markenprodukte kaufen, aber nicht auf Fälschungen hereinfallen wollen". Am besten gehe Prestigeträchtiges wie iPods oder teure Sonnenbrillen.
Die Artikel werden meist höchstens fünf Tage lange verkauft. Von der tickenden Uhr sollte sich allerdings niemand drängen lassen, rät Jo Bager von der Zeitschrift "c't": "Wer sichergehen will, dass er ein Schnäppchen macht, sollte die Preise online vergleichen."
Die Angaben zum Rabatt beziehen sich üblicherweise auf den vom Hersteller empfohlenen Preis und nicht auf den Marktpreis. Deshalb können sie täuschen. Bei Stichproben, die Jo Bager vorgenommen hat, waren die Angebote tatsächlich sehr günstig. "In einzelnen Fällen findet man auch im Ladengeschäft die gleiche Ware ähnlich hoch reduziert", sagt hingegen Silke Berz.

Kein rechtliches Risiko
Obwohl es sich um kurzfristige Restposten-Angebote handelt, gehen Kunden kein rechtliches Risiko ein. "Die Shopping-Clubs sind Internet-Händler wie viele andere auch. Es gelten die gleichen rechtlichen Ansprüche", erklärt Ronny Jahn, Jurist bei der Verbraucherzentrale Berlin: Kunden können wie beim "normalen" Online-Einkauf die Ware innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurückschicken. Dass der Händler Schadhaftes innerhalb von zwei Jahren reparieren oder umtauschen muss, gilt ebenfalls.
Auch gegen Lockvogelangebote können sich Kunden zur Wehr setzen. Zum Prinzip der Clubs gehört zwar, dass besonders gefragte Produkte vorzeitig ausverkauft sein können. Weil die Anbieter jedoch ihre Aktionen per E-Mail ankündigen und damit die Begehrlichkeit bei ihren Mitgliedern erst wecken, müssen sie sicherstellen, dass die Artikel nicht sofort vergriffen sind, erklärt Jahn.
Das ist zumindest in einem Fall geschehen: Bei BuyVip war im Frühjahr ein Kontingent von wenigen Hundert drastisch reduzierten Spielkonsolen nach ein paar Minuten vergriffen. Nach Beschwerden von Kunden mahnte die Verbraucherzentrale Berlin das Unternehmen ab. Inzwischen werde bei Aktionen, bei denen die Nachfrage das Angebot voraussichtlich übersteigt, die Stückzahl genannt. Dadurch könnten Interessenten ihre Chancen abschätzen, erklärt Geschäftsführer Ernst.
Branchenexperte Jochen Krisch geht davon aus, dass die Clubs als Ergänzung zum herkömmlichen Online-Handel noch an Bedeutung gewinnen werden. Und das nicht nur, weil die Deutschen als besonders preissensibel gelten: Auch dem wachsenden Bedürfnis nach "Erlebnis-Einkäufen" würden die exklusiv wirkenden Shopping-Clubs gerecht.
Shopping-Clubs im Internet: www.shopping-clubs.de
www.brands4friends.de
www.vente-privee.com
de.buyvip.com

zum thema Schnäppchenjäger sind willkommen im Club
Mitglied eines Clubs zu werden, ist nicht schwer. Auf der Überblicks-Webseite www.shopping-clubs.de sind einige Zugangs-Links veröffentlicht.
Bei einigen Clubs wie Label-Park ( www.label-park.de) und Private Outlet (de.privateoutlet.com) konnte sich bis zuletzt schlichtweg jedermann auf der Webseite registrieren.
Auch in Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ werden Interessierte fündig.