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| 19:59 Uhr

Der Matratzen-Ratgeber
Wie man sich bettet ...

Eine gute Matratze ist unverzichtbar für den gesunden Schlaf.
Eine gute Matratze ist unverzichtbar für den gesunden Schlaf. FOTO: WhiteJack/Shutterstock.com
Matratzen Federkern, Latex, Kaltschaum, Boxspring: Es gibt so viele Arten. Aber welches Schlafpolster passt? Für die Auswahl sollte man auf jeden Fall eines mitbringen: Zeit. Von Bianca Frieß und Pia Rei

Ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch durchschnittlich im Bett und damit auch auf seiner Matratze. Die soll natürlich bequem für den Schläfer sein – doch darunter versteht jeder etwas anderes: Der eine liegt gerne weich und warm, der andere bevorzugt eine harte Matratze mit guter Belüftung.

Das wichtigste Kriterium beim Kauf: „Ich muss mich auf einer Matratze wohlfühlen, das Gefühl muss stimmen“, sagt Hans-Peter Brix, der als Projektleiter bei Stiftung Warentest für den Bereich Matratzen verantwortlich ist. Außerdem sollte man dem Händler beim Matratzenkauf seine Vorlieben nennen, rät Claudia Wieland, Referentin vom Fachverband der Matratzenindustrie. „Ob man in der Nacht eher schwitzt oder friert, gesundheitliche Beschwerden oder Allergien hat, das sind wichtige Infos“, sagt sie. Die richtige Auswahl hängt auch von den Schlafgewohnheiten ab: Liegt man lieber auf der Seite oder auf dem Rücken? Seitenschläfer sollten darauf achten, dass ihre Wirbelsäule eine gerade Linie bildet, Schulter und Becken also gerade tief genug einsinken. Brix rät, zum Kauf eine zweite Person mitzunehmen. „Die kann dann mit dem Finger am Rücken entlangfahren. Ist diese Linie ziemlich gerade, wird der Mensch gut abgestützt.“ Rückenschläfer sollten nicht das Gefühl haben, in einer Kuhle zu versinken. Die doppelte S-Form der Wirbelsäule muss beibehalten werden. Wer sich eine neue Matratze kaufen möchte, sollte auf jeden Fall Zeit mitbringen – darin sind sich Brix und Wieland einig. Und zwar am besten am Wochenende, wenn man ausgeschlafen ist. „Denn nach einem harten Arbeitstag fühlt man sich auf jeder Matratze wohl“, sagt Brix. Das Probeliegen entfällt natürlich beim Matratzenkauf im Internet. „Trotzdem ist das durchaus eine gute Möglichkeit“, sagt Brix. Denn viele Online-Shops bieten inzwischen eine hunderttägige Rückgabe-Möglichkeit an, was laut Stiftung Warentest oft auch gut funktioniert. „In der Zeit kann ich ausprobieren, ob mir die Matratze gefällt.“

Aber woran merkt man überhaupt, dass es Zeit für eine neue Matratze ist? „Wenn sich sichtbare Liegekuhlen gebildet haben oder Stockflecken auf der Matratze zu sehen sind, muss sie sofort raus, egal wie alt sie ist“, stellt Wieland klar. Ansonsten habe eine gute Matratze eine Haltbarkeit von sieben bis zehn Jahren. Zeit für einen Wechsel ist dann aber vor allem aus hygienischen Gründen: Denn mit der Zeit sammeln sich kleine Partikel in der Matratze, etwa Hautschuppen, Hausstaub oder Milben. Nach etwa zehn Jahren ist dann die Matratze rund vier Kilogramm schwerer als beim Kauf, erzählt Wieland. Das entspricht in etwa dem Gewicht einer Hauskatze. Damit man möglichst lange Freude an seiner Matratze hat, hat Hans-Peter Brix einige Tipps parat, was die Pflege angeht: „Das A und O ist, die Feuchtigkeit aus der Matratze rauszubekommen.“ Denn jeder Mensch gibt nachts bis zu einem halben Liter Feuchtigkeit ab. Der Projektleiter empfiehlt, die Bettdecke morgens nicht wieder über die Matratze zu legen – lieber das Bett ungemacht lassen oder die Decke aufschlagen, damit die Matratze auslüften kann. Außerdem sollte das Schlafzimmer mindestens zweimal am Tag für zehn Minuten gelüftet werden. Es hilft auch, die Matratze einfach mal senkrecht aufzustellen und bei jedem Bettwäsche-Wechsel zu drehen und zu wenden. „Und spätestens jedes halbe Jahr sollte man seinen Matratzenbezug waschen“, sagt Brix. Zu den aktuell beliebten Boxspringbetten hat der Projektleiter eine klare Meinung: „Man muss nicht jeden Trend mitmachen.“ Zwar falle es bei diesen höheren Betten leichter, morgens aufzustehen – das sei vor allem älteren Menschen wichtig. Aber oft werde dabei „Pseudo-Luxus“ angeboten, in Tests schneiden diese Betten häufig nicht gut ab.

Ein anderer Matratzentrend: „One-fits-all“-Matratzen, also eine Matratze, die für alle Typen passen soll. Das lehnt Claudia Wieland vom Matratzenverband ab: „Eine Matratze, die für alle passt, kann es nicht geben.“ Denn jeder habe einen anderen Körperbau und andere Bedürfnisse: „Eine zierliche Frau, die im Bett oft friert, braucht andere Liegeeigenschaften als ein großer, schwerer Mann“, sagt sie. Deshalb rät die Pressereferentin bei Paaren auch zu einer eigenen Matratze für jeden.