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| 08:52 Uhr

PRO
Felliger Fußwärmer ohne Strom

Wir wollten diesem Blick wirklich widerstehen. Aber er stand da so und schaute sehnsüchtig zu uns auf, während wir uns wohlig unter Bettdecken vergraben hatten. Und dann war da dieses leise Winseln. Und seitdem schläft der Hund mit im Bett.

Wir haben gesagt, das gibt es nicht. Jetzt gibt es das eben doch. Das ist konsequente Inkonsequent. Eltern wissen, wovon ich rede. Kinder können das auch, so schauen, und winseln. Der Hund schläft mit im Bett und nichts, ich bereue nichts. Manchmal wärmt er meine Füße – dafür muss er nicht mal in die Mikrowelle –, manchmal wärmen wir uns gegenseitig. Wir sind ein Rudel, ein Rudel bleibt zusammen. Ich liebe den Hund und seinen Geruch. Seine Pfoten riechen wie Popcorn. Und weil der Hund keine Schuhe hat, werden die Pfoten geputzt. Weil er ins Bett darf. Und weil da etwas mehr Ordnung sein muss.

Hunde können Krankheiten einschleppen. Bestimmt. Und gerade niest mein erkälteter Kollege in meine Richtung. Hunde schleppen Viehzeug und Dreck in die Wohnung!? Wir Menschen tun das auch. Der Hund mit dem Fell, ich Mensch mit Haaren und Klamotten. Jede Türklinke ist bakterienverseuchter als mein Hund. Was der Hund vor allem mitbringt und im Bett lässt ist Fell, viel Fell. Die Fusselrollen-Industrie verdient Heidengeld mit mir. Es gibt übrigens Hunde, die haaren nicht oder sind haarlos. Meine Freundin hat einen Nackthund. Der lässt sich ganz leicht abstauben.

Hund im Bett? Unbedingt. Ja, das heißt öfter Bettlaken waschen, aufpassen, dass der Hund geimpft und gekurt ist, damit Floh und Co. draußen bleiben. Aber ehrlich: Es gibt Menschen, die ungepflegter sind, als mein Hund es jemals war. Die dürften nicht ins Bett. Wenn ich morgens aufwache und meinen Hund kraule, bekomme ich: freudiges Schwanzwedeln, wohliges Brummeln. Kraulen tut gut: ihm, und mir. Letzteres ist wissenschaftlich erwiesen. Hund streicheln reduziert Stress, senkt den Blutdruck und tut der Seele gut. Und das stärkt das Immunsystem. Wenn ich nach Hause komme, freut sich mein Hund, immer, tierisch (klar!). Bin ich krank, legt er sich beschützend zu mir. Der Hund gibt mir Geborgenheit. Ich borge zurück. Ich liebe dieses Tier. Mein Bett ist sein Bett. Hätte ich einen 120-Kilo-Mastiff, würde ich mir das mit dem Ins-Bett-dürfen vielleicht überlegen. Oder ein King-Size-Bett kaufen.