| 19:40 Uhr

LR vor Ort
Wohin des Weges, Peitz?

Peitz. Der Kohleausstieg könnte Peitz hart treffen. Rathaus und Amtsverwaltung wollen gegensteuern. Die Herausforderungen aber sind groß.

Eine gute Nachricht hat der Peitzer Bürgermeister Jörg Krakow (SPD) parat:. Die Kinder aus der Kita Sonnenschein können endlich aus dem Notquartier zurück in ihre Kindertagesstätte. Die hatte im Mai gebrannt. 200 000 Euro Schaden waren das Resultat.

Ein Problem also kann Stadtchef Krakow aus seiner Liste streichen – die aber ist lang. Und viele haben mit dem Kraftwerk in unmittelbarer Nähe zu tun. Dessen Tage sind zwar noch nicht vorbei, aber gezählt. Und das, sagt Jörg Krakow, könne für die Zukunft der Fischer- und Festungsstadt dramatische Folgen haben. Immerhin – die Arbeitsplätze im Kraftwerk und in der Kohle haben einen großen Anteil daran, dass Peitz seit Langem als eine kleine Perle im Kreis Spree-Neiße gilt. Die schmucke Innenstadt, eine vergleichsweise gute Ausstattung mit Läden, die den täglichen Bedarf decken, eine vergleichsweise hohe Kaufkraft und einen vergleichsweise moderaten Bevölkerungsrückgang – das Fischerstädtchen haben viele Probleme der Region noch nicht ganz so heftig eingeholt wie andere Städte.

„Wir brauchen Konzepte“, sagt Krakow, damit seine Stadt die Perle bleibt, die sie ist. Ideen gebe es, sagt der Stadtchef. Es sei aber oft schwer, die Peitzer zu motivieren, dabei auch mitzumachen. Krakow nennt die Jugendarbeit als Beispiel: In Stadt und Amt unterstütze man die Ideen der Jugendlichen, wenn es aber darum gehe, die auch den Stadtverordneten vorzustellen, zögen sie sich zurück. Das mache es nicht leichter, etwas für die Jugend zu tun. Gleichzeitig gebe es immer wieder Schmierereien, junge Leute, die in in leerstehende Gebäude eindringen, Vandalismus.

Die Herausforderungen würden in Zukunft immer größer – Krakow will eine „Verödung“ seiner Stadt vermeiden. Jugendarbeit gehöre dazu, vor allem dann, wenn die Arbeitsplätze knapper werden und die Jugend wahlweise Peitz verlässt oder aber sich in der Stadt langweilt. Zu viel Leerstand in der Stadt müsse vermieden werden, Projekte angegangen werden.

Auch der Einzelhandel gehöre dazu, gerade weil wenige Kilometer weiter Cottbus mit weit mehr Angeboten lockt. Händler zu halten und Händler und Gastronomen nach Peitz zu locken, sei eine weitere Herausforderung, um die Stadt weiter lebenswert zu machen, sagt der Bürgermeister.

Über die Herausforderungen der Fischer- und Festungsstadt wird Jörg Krakow am morgigen Donnerstag ab 18.30 Uhr mit der LAUSITZER RUNDSCHAU im Rahmen der Reihe LR vor Ort diskutieren. Zugesagt haben auch Amtsdirektorin Elvira Hölzner (parteilos) sowie Vertreter aus der Jugendarbeit im Amt, die nicht nur über ihre Pläne für die Zukunft der Stadt und des Amtes berichten, sich darüber hinaus auch Fragen der Peitzer Einwohner stellen werden.