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LR vor Ort
Stromausfälle werden schnell zum Problem

Der Hof von Katrin Neumann ist nicht an die Wasserversorgung angeschlossen. Eine Pumpe aus DDR-Zeiten im Brunnen sorgt für fließendes Wasser.
Der Hof von Katrin Neumann ist nicht an die Wasserversorgung angeschlossen. Eine Pumpe aus DDR-Zeiten im Brunnen sorgt für fließendes Wasser. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Preschen/Raden. Als einziger Ort im Spree-Neiße-Kreis ist Raden nicht an die Wasserversorgung angeschlossen.

Ein Stromausfall ist nie schön, doch wenn die Bewohner von Raden keinen Strom haben, wird es schnell problematisch. „Wir sind nicht an die Wasserversorgung angeschlossen, und ohne Strom funktioniert die Wasserpumpe im Brunnen nicht“, erklärt Katrin Neumann. Beim Strumtief Herwart Ende Oktober fiel der Strom in der Nacht aus. Erst  gegen 17 Uhr am Folgetag hatten die 23 Bewohner wieder Strom und fließend Wasser. „Zum Glück hatten wir in einer Tonne ein wenig Regenwasser gesammelt, damit konnten wir unsere Tiere versorgen“, sagt Kat-
rin Neumann. Sie wohnt seit drei Jahren mit ihrem Mann auf dem Hof, wo sie acht Schafe halten. „Wir wussten, worauf wir uns einlassen“, betont Katrin Neumann. „Wir haben uns damit arrangiert, und solange nichts passiert, ist auch alles gut.“ Für die Zukunft hat sie sich vorgenommen, bei Sturmwarnungen vorsorglich Wasser abzufüllen: „Wir sollten besser vorbereitet sein.“

„Raden ist als einziger Ort im Spree-Neiße-Kreis nicht an die Wasserversorgung angeschlossen“, weiß der Preschener Ortsvorsteher Bernd Rosmej. Auch Preschen selbst sei erst 1988 angeschlossen worden: „Bis nach Raden hat es damals nicht mehr gereicht, und es gibt auch keine Bemühungen, dies zu ändern.“ Die Bewohner zahlen im Gegenzug keine Gebühren für ihr Wasser. „Allerdings sind sie für ihre  Pumpen verantwortlich und müssen regelmäßig Wasserproben einschicken“, erklärt Bernd Rosmej. „Für diese Kosten müsste eigentlich die Kommune aufkommen. Die ist versorgungspflichtig.“ Auf der Vor-Ort-Veranstaltung am 15. Februar in Preschen wird der Ortsvorsteher daher zusammen mit Experten, der RUNDSCHAU und Lesern über die „Versorgung im ländlichen Raum“ diskutieren.

Doch die Wasserversorgung ist nicht das einzige Problem, mit dem Preschen zu kämpfen hat. „Straßenmäßig sind wir am Boden“, sagt Rosmej mit Blick auf die Dorfstraße. Seit Jahrzehnten wurde an der Straße mit Kopfsteinpflaster aus den 60er-Jahren nichts mehr gemacht. „Wenn hier die Transporter vorbeifahren, scheppert es laut und in den Häusern wackelt das Geschirr in den Schränken“, versichert Bernd Rosmej. Durch seine „Sackgassenlage“ habe der Ort allerdings kaum Chancen auf eine Förderung zur Sanierung. „Die Rad- und Waldwege sind ebenfalls in einem schlechten Zustand“, weiß er. „Die Firmen im Ort müssten mehr auf die Straßen acht geben.“ Auch das Internet bereitet Bernd Rosmej Sorge. „Wir haben vor zwei Jahren den Breitbandausbau bekommen, doch der Mast reicht nicht bis nach Raden, und auch einige Ecken in Preschen haben kein schnelles Internet.“

FOTO: LR
Bernd Rosmej und Joachim Keitel vom Ortsbeirat kämpfen für eine Verbesserung der Straßen in Preschen – allerdings ohne Erfolg. 
Bernd Rosmej und Joachim Keitel vom Ortsbeirat kämpfen für eine Verbesserung der Straßen in Preschen – allerdings ohne Erfolg.  FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler