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LR vor Ort in Schönborn
Schönborner Knirpse haben bald mehr Platz

Schönborn. So ein Paukenschlag. Während die Lausitzer Rundschau am Donnerstagabend mit Schönbornern in der Alten Schule zur Gesprächsrunde über das aktuelle Dorfgeschehen zusammenkommt, wird der 1000. Einwohner erwartet. Katja Müller ist in freudiger Erwartung. Bürgermeister Daniel Mende gestern am RUNDSCHAU-Telefon: "Das Kind ist da. Ein Sohn." Herzliche Gratulation. Von Gabriela Böttcher

Noch viel mehr Erfreuliches kam am Donnerstag im Gespräch mit RUNDSCHAU-Redakteurin Heike Lehmann im Dorfgemeinschaftshaus zur Sprache. Es klingt schon fast unheimlich, wie die Schönborner das Zusammenleben in ihrem Ort beschreiben. Fleischermeister und Gemeindevertreter Markus Kniesche sieht eine Besonderheit darin, dass man vieles Gute bewahrt habe. Mehr als 30 Gewerbetreibende gibt es im Ort. Gaby Albrecht: "Das Wichtigste ist das Vertrauen." Auf dieser Grundlage arbeiten die Schönborner in und mit der Gemeindevertretung, in und mit den Vereinen zusammen. Olaf Winde, Chef des Trial-Sportclubs: "Selbst Leute, die noch nie selbst Motorrad gefahren sind, haben Zeit, uns zu unterstützen." Beim Aufbau eines Motorsportgeländes stellen sie Flächen zur Verfügung, um Material zwischenzulagern. Das sei nicht selbstverständlich. Bürgermeister Daniel Mende ist froh, dass endlich die bürokratische Wegstrecke hinter den Schönbornern liegt, besagtes Gelände für den Motorsport nutzen zu dürfen.

Leider wenig Erfolgschancen sieht Mende für den Wunsch der aus Nordrhein-Westfalen stammenden, neu ins Dorf gezogenen Eheleute Schneider. Sie wünschen sich eine 30 km/h-Begrenzung auf der Bahnhofstraße. An der Kreuzung vor der Feuerwehr käme es oft zu brenzligen Situationen. Im Raum wurde die Idee laut, dem Lugauer Vorbild zu folgen und einen Autoanhänger auf die Straße zu stellen. Daniel Mende will es mit einem Antrag für ein Schild "Vorsicht Kinder" versuchen. Für einen Überweg sieht er "null Chancen". Ebenso für die von Schönbornern als kritisch betrachtete Fahrbahnmarkierung am Ende des Radweges aus Doberlug-Kirchhain. Hier würden Radfahrer weiter auf der Straße fahren, weil sie nicht sehen, dass sie auf einen neben der Straße liegenden Weg wechseln können.

Gegenwärtig setzt sich der Bürgermeister dafür ein, dass während des weiteren Ausbaus der Ortsdurchfahrt nur eine halbseitige Sperrung erfolgt. Mit Freude wertet man es im Ort, dass der Kampf gegen weitere beziehungsweise größere Windräder wohl von Erfolg gekrönt ist. An den Investor ging die Aufforderung, bereits angelegte Flächen zurückzubauen.

Über alles andere als Rückbau kann sich Kita-Leiterin Anja Krause freuen. Die Kita, die erstmals auf die 80 Kinder zusteuert, bekommt einen großzügigen Anbau. Rund 500 000 Euro werden investiert. Bis Ende November soll alles fertig sein, erklärt Daniel Mende. Gute Aussichten ergeben sich aus dem Bevölkerungszuwachs auch für die Ortsfeuerwehr. Mario Harnisch, der am Donnerstagabend nicht ahnen kann, dass er am nächsten Morgen zum Brandeinsatz nach Finsterwalde ausrückt: "Am Dienstag hatten wir drei Neueintritte in unsere Feuerwehr. Das macht Mut weiterzumachen." 15 Mitglieder zwischen sieben und 15 Jahren zählt derzeit die Jugendfeuerwehr. Einziges Problem sei der fehlende Jugendwart. "Es wäre schön, wenn sich da jemand finden würde", sagt Harnisch und lobt Gemeinde und Amt Elsterland, die hinter den Kameraden stehen. Sangeskräftigen Zuwachs wünschte sich Sonja Berger für den Frauenchor. Wie viel Spaß das Singen macht, dürften all jene erleben, die sich morgen im Dorf treffen, um diesem Vergnügen zu frönen. Noch eine gute Nachricht hat Daniel Mende: "Der Spielplatz im Unterdorf wird auch wieder aufgewertet."