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In Peitz sollen die Geschäfte an der Malxe blühen

Möbelhaus Merkur steht vor dem Abriss
Möbelhaus Merkur steht vor dem Abriss FOTO: Hilscher / LR
Peitz. Das geplante Malxe-Center am jetzigen Merkur-Möbel-Standort in Peitz lässt auf sich warten. Noch lange vor dem ersten Spatenstich gab es allerdings eine ganze Reihe von Diskussionen.

Es dauert ein wenig, bis neue Geschäfte in der Fischer- und Festungsstadt zu blühen beginnen können. Das Malxe-Center, ein geplantes Einkaufszentrum zwischen Malxe, Bundesstraße und Volkspark, lässt auf sich warten. Dabei schien schon mehrfach alles in trockenen Tüchern.

Nach dem Fischerfest 2018 sollen die Bauarbeiten auf dem Merkur-Möbel-Areal wenige Hundert Meter vor dem historischen Peitzer Stadtkern nun beginnen. Das Fischerfest, sagt Manuela Damm vom Veranstalter Coex, sei das 65. und somit ein wichtiges. Das soll auf dem gewohnten Gelände stattfinden. Ein Teil davon wird später zum Malxe-Center gehören, der Fischerfestverein soll im Gegenzug zur Abgabe eines Teils des Festgeländes eine Ersatzfläche bekommen. Die Gesamtfläche fürs Fischerfest würde sich damit sogar vergrößern, erklärt der Peitzer Bürgermeister Jörg Krakow (SPD) – von 1,2 auf 1,4 Hektar. Kein schlechter Tausch, resümiert er.

Ohnehin sehe er dem Bau des Malxe-Center positiv entgegen. Zum einen könne man so Kunden in der Stadt halten, die jetzt noch zum Einkaufen nach Cottbus fahren. Zum anderen müsse der Stadt Peitz auch daran gelegen sein, weitere Leerflächen zu vermeiden um zum Beispiel der Kriminalitätsentwicklung entgegenzuwirken. Schon jetzt gebe es immer mehr Schmiereien im Stadtgebiet, jede weitere Leerfläche sei ein idealer Treffpunkt für potenzielle Täter.

Weiterer Pluspunkt fürs geplante Center: Mit einem Drogeriemarkt soll eine Versorgungslücke in der Fischerstadt geschlossen werden. Seit der Schlecker-Pleite, erklärt Krakow, fehle ein Drogist in der Stadt. Mit gerade einmal 4500 Einwohnern in der Stadt und 10 000 Amtspeitzern sei die potenzielle Kundschaft schlichtweg zu klein für die großen Drogerieketten. Die Nähe zu weiteren Geschäften im geplanten Komplex an der Malxe könne aber ein Kriterium für die Drogerieketten sein, sich doch in Peitz niederzulassen. Ein Drogeriemarkt, erklärt Krakow, sei die Bedingung seitens der Stadtverwaltung gewesen bei den Dikussionen ums neue Center mit dem Investor Terraplan aus Sachsen-Anhalt.

Auch den geplanten Umzug des BHG-Handelszentrums, aktuell beengt am Bahnhof gelegen, wertet Krakow positiv. Auf dem Noch-Merkur-Gelände habe die BHG endlich den notwendigen Platz. „Damit beschäftigen wir uns schon seit Jahren“, sagt der Verwaltungschef. Die BHG will mit Baumarkt und Gartencenter an die Bundesstraße ziehen.

Der geplante Aldi-Markt wird nicht ins Malxe-Center kommen – der Discounter hat bereits vor Längerem Abschied von entsprechenden Plänen genommen. Dagegen deutet alles darauf hin, dass der Edeka-Markt seinen jetzigen Standort weiter nördlich an der Gubener Straße aufgibt und mit ins Malxe-Center zieht.

Begeistert ist Chefin Sandy Weidemann davon nicht. Für sie als Privatbetreiberin des Marktes bedeutet der Umzug eine ordentliche Investition im siebenstelligen Bereich – Geld, das nach dem Umzug erst einmal wieder reinkommen müsse. Sandy Weidemann hat im Laden Unterschriften gegen einen Umzug gesammelt. 1400 sind zusammengekommen, sagt sie. Die Edeka-Gruppe aber sei für den Umzug – und statt neue Konkurrenz durch einen neuen Edeka-Markt in der Stadt zu riskieren, wird die Marktbetreiberin wohl mitziehen. Skeptisch bleibt sie, vor allem, weil sie Sorge um die künftige Kaufkraft in der Region hat. Die Kohle geht, damit auch das Geld, so ihre Befürchtung. Außerdem frage sie sich, was dann mit ihrem jetzigen Standort passiere. Gleich in der Nähe gibt es bereits leergezogene Ladengeschäfte. Der Edeka-Markt könnte das nächste sein.

Bei einer öffentlichen Vorstellung der Investor-Pläne für das Merkur-Areal sei das Interesse der Peitzer rege gewesen, sagt Bürgermeister Krakow. Die Rückmeldungen der Bürger seien unterschiedlich – viele begrüßten neue Einkaufsmöglichkeiten in direkter Nähe zum Stadtzentrum. Andere, vor allem Anlieger, sorgten sich um den möglichen Lärm durch Lkw- und Kundenverkehr, der die Folge wäre. „Klar ist, dass wir auch über das Thema Lärmschutz sprechen müssen“, sagt Krakow.

LR vor Ort - Logo 4c
LR vor Ort - Logo 4c FOTO: LR
(Daniel Schauff)