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LR vor Ort in Fürstlich Drehna
Fürstlicher Glanz in Drehna

Interessierte aus Fürstlich Drehna und Umgebung haben sich am Donnerstagabend im Gemeindezentrum des Dorfes ausgetauscht.
Interessierte aus Fürstlich Drehna und Umgebung haben sich am Donnerstagabend im Gemeindezentrum des Dorfes ausgetauscht. FOTO: Daniel Friedrich / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Fürstlich Drehna. Der Ort inmitten des Naturparks Niederlausitzer Landrücken zieht Gäste aus aller Welt an.

„Fürstlich lebt es sich in Fürstlich Drehna“, sagt Ortsvorsteherin Annegret Haupt ein wenig augenzwinkernd. Denn nicht nur der Name trägt das glanzvolle Adjektiv mit sich, das zeigt sich am Donnerstagabend bei „LR vor Ort“. Auch die regelmäßigen Veranstaltungen im 300-Seelenort zeugen von einer überaus engagierten Dorfgemeinschaft, die Touristen gern willkommen heißt und stets aufs Neue von sich reden macht. Ein Schloss samt Park und Brauerei, drei gastronomische Einrichtungen, ein Gemeindezentrum und ein neuer Kinderspielplatz zählen zum fürstlichen Inventar Drehnas. Viele Einwohner leben hier seit Jahren und arbeiten sogar in ihrem Wohnort.

Andere, die es des Studiums wegen aus Fürstlich Drehna fortzog, kommen wegen der hohen Lebensqualität wieder zurück: Der 28-jährige Georg Schulz lebte zuletzt in Oberfranken und plant nun seinen Rückzug in die Niederlausitzer Heimat. Auch er möchte Fürstlich Drehna für Touristen attraktiver machen und würde eine Facebook-Seite des Ortes betreuen. „Weil nicht ständig Gästeführer zur Verfügung stehen, könnte ich mir auch eine App mit einem Audio-Guide vorstellen, der die Besucher durch unser Dorf führt.“

Die sollte dann unbedingt mehrsprachig sein, meint Andrea Scholz, die das Schlosshotel im Ort leitet. Denn bis aus Neuseeland und Australien kommen ihre Gäste mittlerweile und manchmal frage sie sich, „Wie haben die uns eigentlich gefunden?“. Auch wenn die Besucher vom anderen Ende der Welt nicht immer da parken, wo es der Denkmalschutz vorsieht – für gute Auslastungszahlen sorgen sie allemal. „Oft ist unser Restaurant ausgebucht, sodass wir keine Reservierungen von außerhalb annehmen können“, berichtet die Hotelchefin. Gut funktioniere die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, wie dem Elektro-Fahrradverleih der Kaspricks aus Groß Mehßow. Gäste würden sich häufig in den Spreewald nach Burg, Lübbenau und Lübben aufmachen. „Luckau hat leider noch nicht so viel Anziehungskraft. Da fährt eben kein Kahn und am Wochenende haben die Innenstadt-Geschäfte mittags zu“, so die Erfahrungen von Andrea Scholz. Einen noch besseren Austausch wünschen sich Touristiker aus Fürstlich Drehna mit dem Tourismusverband in Luckau, der sie mit Flyern und besonderen Angeboten versorgt. Außerdem sollte sich die Beschilderung rund um den Ort verbessern: „Frühere Radwege entlang des Tagebaugeländes führen scheinbar ins Nichts“, hat Annegret Haupt schon häufiger beobachtet. Den Gästen müsse besser erklärt werden, dass sich hinter den Warnschildern einstiges Tagebaugelände verbirgt, das nachzurutschen droht.

Aktuell wartet eine neue Herausforderung auf Fürstlich Drehna: Der Ort beteiligt sich erneut am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, dessen Jury am 9. Oktober den Ort besucht.