ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 11:02 Uhr

LR vor Ort
Dorf mit Seebrise im Aufbruch

Was Dr. Ulrich Potthoff vom Fraunhofer Institut im Juni vorigen Jahres im Hafenbecken am Bergheider See auf seinem Handy-Display zeigt, soll hier nun endlich Realität werden: das schwimmende  autartec-Haus.
Was Dr. Ulrich Potthoff vom Fraunhofer Institut im Juni vorigen Jahres im Hafenbecken am Bergheider See auf seinem Handy-Display zeigt, soll hier nun endlich Realität werden: das schwimmende  autartec-Haus. FOTO: B“ttcher
Lichterfeld-Schacksdorf . Gespräche suchen, Klartext reden – ein Bürgermeister-Erfolgsrezept in Lichterfeld-Schacksdorf. Von Gabi Böttcher

Am Bergheider See atmet Elbe-Elster bereits eine kräftige Brise Freizeitfeeling aus Richtung Lausitzer Seen­land. Mit ihrem Besucherbergwerk Förderbrücke F 60 verfügen die Lichterfeld-Schacksdorfer über ein Alleinstellungsmerkmal, das mit seinem Vergleich zum liegenden Eiffelturm gar die noch größere  weite Welt assoziiert. Kaum ein anderer kann die Entwicklung des Ortes besser fühlen und faktenreich darüber berichten als Ditmar Gurk, Bürgermeister seit 1990 und in dem Lichterfelder Elternhaus geboren, in dem er noch heute lebt.

Wenn es bei einem Stopp der Lausitzer Rundschau am Donnerstag, 17. Mai, im Gasthaus an der Dorfstraße um das Thema  „Das Dorf am See – Wie sich Aufbruchstimmung breit macht“ geht, dann hat der Bürgermeister einige Indizien parat. Gerade fertig geworden ist ein neues Eigenheim in der Grubenstraße, ein weiteres befindet sich im Bau. Ein weiteres Grundstück für ein Eigenheim wurde verkauft. An einer Stelle, die im vorigen Jahr auch Studenten  der TU Kaiserslautern in ihrem Studienprojekt zur Ortsentwicklung als geeignet deklariert hatten. Fünf weitere Interessenten gibt es bereits für Bauland in der Klingmühler Straße. Hier hatten die Gemeindevertreter im Februar einstimmig der Erarbeitung einer Ergänzungssatzung zugestimmt, um dem Bedarf zu folgen und neues Bauland im Ort zur Verfügung zu stellen.

Dass mit den ersten Sonnenstrahlen auch wieder vermehrt  Radler auftauchen, nach dem See fragen und Rucksäcke auf ihren Schultern davon zeugen, dass sie unterwegs zu einem reizvollen Ort sind, dürfte so manchen Einheimischen erfreuen. Dass es bei allem, was sich entwickelt, auch Widersprüche und Gegenargumente gibt, ist für Ditmar Gurk selbstverständlich. Da fällt ihm gleich der für Schacksdorf vorgesehene neue Bahnsteig für die F 60-Bahn ein. Wie der denn 68 000 Euro kosten könne, hatten Kritiker gefragt. Beim Aufzählen der Argumente, dass der Bahnsteig zur Länge des haltenden Zuges passen und Sicherheitsanforderungen entsprechen müsse, habe die Bewertung schon gleich etwas anders ausgesehen. Immer das Gespräch mit den Leuten suchen, Klartext reden –  das ist Ditmar Gurks Devise. Er hält nichts davon, Dinge von vornherein kaputt zu reden und lieber  alle Viere gerade sein zu lassen, als vielleicht auch mal einen Fehler zu machen. Die Entscheidung der Gemeinde, die Förderbrücke F 60 zu kaufen, habe er von Anfang an für richtig gehalten. Das war  so ein Bauchgefühl. Ohne dieses technische Denkmal wäre der Bergheider See ein ganz normaler Badesee. Erstmals wurde hier im vergangenen Jahr die 100 000-Besucher-Grenze überschritten.

Manchen Unmut und auch heftige Gegner haben in der Vergangenheit Veranstaltungen wie das Feel Festival auf den Plan gerufen. Ditmar Gurk haben besonders jene Einwohner beeindruckt, die sich trotz Vorbehalten das Treiben mal aus der Nähe angesehen und sich informiert haben. Integriert in die Familie des Lausitzer Seenlandes habe man über das Leitbild für den See „ordentlich diskutiert“, Studien ausgewertet. Und sich für einen „Innovativen, sportlichen Eventsee“ ausgesprochen.

Bei allem Erreichten will der Bürgermeister dick unterstrichen wissen, dass die Gemeindevertreter von Lichterfeld-Schacksdorf immer konstruktiv miteinander umgegangen sind. Parteipolitik habe dabei nie eine Rolle gespielt. Und dass es mit der Amtsverwaltung und dessen Chef Gottfried Richter nicht nur eine Partnerschaft, sondern einen Motor für den gemeinsamen  Weg gebe, ist fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden.

„Ich wünsche mir eine Entwicklung, die weiter in der Harmonie unserer Dörfer verläuft, in der jedes Dorf voran kommt“, sagt Ditmar Gurk. So steht ein straßenbegleitender Radweg zwischen Lieskau und Lichterfeld auch auf seiner Wunschliste. Mit dem bevorstehenden Ausbau der B 96 in Lieskau sei endlich auch eine vernünftige Abbiegespur nach Lichterfeld verbunden. Das 20-jährige Jubiläum des Zusammenschlusses zur heutigen Gemeinde will man gemeinsam beim Turmblasen an der F 60 am Vorabend des 4. Advent feiern. „Und die Schacksdorfer kommen mit dem Zug her“, freut sich der Bürgermeister.

Vom Treffen mit interessierten Bürgern der Gemeinde bei LR vor Ort verspricht sich Ditmar Gurk selbst einige Anregungen und Hinweise für die Dorf- und Seeentwicklung, aber auch brandneue  Informationen. So über den Stand bei der Entwicklung des schwimmenden Hauses. Schließlich wird auch das als Element für die Aufbruchstimmung am Bergheider See gesehen.

Im Sommer 2017 hörten Lichterfelder Ideen von Studenten aus Kaiserlautern, wie ihr Dorf attraktiver werden könnte.
Im Sommer 2017 hörten Lichterfelder Ideen von Studenten aus Kaiserlautern, wie ihr Dorf attraktiver werden könnte. FOTO: B“ttcher
Freuen sich über Bau-Fortschritte am Bergheider See: Gottfried Richter, Michael Kerger und Ditmar Gurk (v.l.).
Freuen sich über Bau-Fortschritte am Bergheider See: Gottfried Richter, Michael Kerger und Ditmar Gurk (v.l.). FOTO: Böttcher
LR vor Ort - Logo 2c
LR vor Ort - Logo 2c FOTO: LR