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LR vor Ort in Gallinchen
B97 bleibt Aufregerthema

Cottbus-Gallinchen. Die B 97 und die jahrelangen Belastungen durch den zunehmenden Durchgangsverkehr waren erwartungsgemäß ein Aufregerthema beim jüngsten RUNDSCHAU-Forum "LR vor Ort" am Donnerstagabend im Feuerwehrhaus Gallinchen. Wann die Gallinchener auf eine Ortsumgehung hoffen dürfen, hatte RUNDSCHAU-Moderator Daniel Steiger gefragt. Von Ulrike Elsner

Ab dem Jahr 2050, lautete die zugespitzte Antwort von Ortsvorsteher Dietmar Schulz. Nur sein Schmunzeln verriet, dass er auf eine andere Lösung setzt. Dass die Ortsumgehung von Groß Oßnig im Bundesverkehrswegeplan kürzlich eine höhere Dringlichkeit erhalten hat, erhöht Gallinchens Chancen. Um Überschneidungen zu vermeiden, müssten beide Strecken zusammen angepackt werden. Zudem bestätigte Stadtplaner Egbert Thiele: "In den Planungen des Bundes haben wir wieder Prioritäten, sodass wir jetzt die Planung vorantreiben können." Auch die jüngsten Verkehrszählungen dürften das Vorhaben beschleunigen. Ordnungsdezernent Thomas Bergner versprach: "Ende September liegen die Ergebnisse vor."

Die große Verkehrsdichte setzt nicht nur den Anwohnern, sondern auch der Straße zu. "Der Zustand ist besorgniserregend", klagte ein Forumgast, zudem seien kürzliche Reparaturarbeiten nicht fachgerecht ausgeführt worden. "Hier ist etwas passiert, was nicht den Regeln der Technik entspricht", bestätigte Dietmar Schulz und versprach: "Das wird neu gemacht." Überhaupt müsse die B97 erneuert werden, eine Aufgabe, die für 2019 auf der Vorhabenliste stehe.

Auch das derzeit von den Stadtverordneten heftig diskutierte Lkw-Führungskonzept, das auf Entlastungen für die Bürger zielt, hält für die Gallinchener Zündstoff bereit. Denn in Bezug auf ihren Ortsteil heißt es da: "Eine alternative Lösung wurde nicht gefunden." Fazit des Ortsvorstehers: "Uns hilft nur der dritte Bauabschnitt" (der Ortsumgehung).

Doch nicht nur zur B97 gab es eine heiße Debatte. Heftige Diskussionen entfachten sich auch am Wunsch der Gallinchener nach einem Bürgerzentrum sowie um die Zukunft des Areals rund um den geschlossenen Praktikermarkt. Zur Zukunft des Gewerbegebietes zeigte sich Dietmar Schulz optimistisch. "Es gibt Interessenten für eine Neugestaltung", sagte er und versprach: "Bis 2019 gibt es ein komplett neues Konzept."

Auch Kultur und Geselligkeit stehen für viele Bewohner des Ortsteils weit oben auf der Prioritätenliste. Barbara Perrasch stellte fest: "Viele Gallinchener wünschen sich ein Bürgerhaus." Sie habe oftmals das Gefühl, der Ortsteil liege in Sachen Kultur am Ende der Welt.

"Wir müssen realistisch bleiben und fragen, was wir uns leisten können", mahnte Dietmar Schulz. Der Neubau eines Vereinshauses liege jenseits dieser Möglichkeiten. Chancen hingegen biete das Feuerwehrgebäude. Mit der Bildung der Stützpunktfeuerwehr Süd würden dort Räume frei. Mit Blick in den Veranstaltungssaal, in dem derzeit 60 Leute untergebracht werden können, sagte Schulz: "Ich stelle mir vor, den Raum zu erweitern, sodass hundert Leute Platz finden." Außerdem sollen die Toiletten erneuert werden. Aus dem Cottbuser Rathaus gibt es Unterstützung. Thomas Bergner: "Wir werden das Vorhaben im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen – auch über das Ortsteilbudget hinaus."