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RUNDSCHAU-Serie
Süße Kunst mit grenzenlosen Möglichkeiten

Kathrin Jainz mit dem Modell einer klassischen Hochzeitstorte in ihrem Café Maximum. Daneben ein weiterer Lieblingskuchen der Cottbuserin: die Engadiner Nusstorte – eine Spezialität aus der Schweiz.
Kathrin Jainz mit dem Modell einer klassischen Hochzeitstorte in ihrem Café Maximum. Daneben ein weiterer Lieblingskuchen der Cottbuserin: die Engadiner Nusstorte – eine Spezialität aus der Schweiz. FOTO: Daniela Kühn
Arielle in der Unterwasserwelt, ein Hochzeitsfoto, das von Rosen umrahmt ist, das Emblem des Lieblingsvereins auf einem Fußball – wenn es um Torten geht, ist fast alles möglich. Die wichtigsten Zutaten: Zucker und Fondant, aber mehr noch Fantasie, Geduld und Liebe zum Detail. Von Daniela Kühn

Thementorten haben in den vergangenen Jahren einen Boom erlebt. Waren es früher kleine Sahnehäubchen und bunte Streusel, die das Zuckergebäck optisch aufwerteten, werden heute ganze Szenenbilder in 3D dargestellt. Die Kuchen werden geformt, modelliert und mit essbaren Dekorationen u.a. aus Fondant, Marzipan, Buttercreme, Blütenpaste oder Esspapier verziert. Je nach Kreativität des Backmeisters ist jede Gestaltung möglich. „Dieser Trend ist mein Glück“, sagt Kathrin Jainz, die seit elf Jahren eine mobile Kaffeebar und seit 2013 das Café Maximum in der Burgstraße in Cottbus betreibt. „Das Backen wurde mir in die Wiege gelegt. Aber die Tortenkunst ist meine Leidenschaft.“ Dafür hat die gelernte Industriekauffrau noch einmal neues berufliches Terrain betreten. „Der erste Schritt war mein Kaffeemobil, mit dem ich auf Märkten, Feiern und Empfängen unterwegs bin.“ Neben ausgewähltem Kaffee hat sie dort auch Kuchen angeboten und gemerkt, „dass eine Nachfrage an Tortenspezialitäten besteht.“ Also absolvierte sie zahlreiche Dekorationskurse, eröffnete das Café und legte vor der Handwerkskammer eine Backprüfung ab.

Elsa“ ist der Renner

Dieses Arrangement zur Hochzeit besteht aus der Torte und den dazu passenden Cupcakes. Dekoriert wurde u.a. mit echten Blumen – im Stil der Hochzeitsfeier.
Dieses Arrangement zur Hochzeit besteht aus der Torte und den dazu passenden Cupcakes. Dekoriert wurde u.a. mit echten Blumen – im Stil der Hochzeitsfeier. FOTO: Kathrin Janz

Ob zum Geburtstag oder zum Firmenjubiläum – für jeden Anlass haben Kathrin Jainz und ihre Mitarbeiterin schon eine passende Motivtorte gestaltet. Manche Kunden kommen mit detaillierten Vorstellungen und Skizzen des süßen Kunstobjektes zu ihr. „Andere wünschen eine ausgiebige Beratung.“ Der absolute Renner ist die Elsa-Torte, inspiriert durch eine der Hauptfiguren in Disneys Animationsfilm „Die Eiskönigin“. „Mehr als 40 Mal habe ich die inzwischen gebacken“, überschlägt sie. Wie viele Stunden sie allerdings damit verbracht hat, Rosen, Muscheln und Sterne zu modellieren, den Schriftzug der Lieblingsband nachzuahmen oder Zuckertüten, Kleeblätter und vieles mehr zu formen, das weiß sie nicht. „Es macht aber jedes Mal wieder Spaß. Das ist wie eine Entspannungstherapie verbunden mit Kunst.“

Bis zu drei Tage braucht es, bis eine Motivtorte vollendet ist. Erst werden die Böden gebacken, dann müssen sie liegen und ruhen. Es folgen die Füllungen, die je nach Wunsch mit Früchten oder Cremes zubereitet und dann in Schichten aufgetragen werden. „Am dritten Tag kommt die Dekoration. Die kann bei einer mehrstöckigen Hochzeitstorte bis zu zwölf Stunden in Anspruch nehmen.“ Viel Zeit und Material steckt in den Einzelstücken. „Ich habe mittlerweile ein umfangreiches Equipment und einen Lebensmitteldrucker, mit dem ich jedes Foto zu einem essbaren Motiv machen kann.“

Die zuckersüße Elsa gehört derzeit zu den beliebtesten Motiven für Kindertorten. Kathrin Jainz hat sie schon mehr als 40 Mal gebacken.
Die zuckersüße Elsa gehört derzeit zu den beliebtesten Motiven für Kindertorten. Kathrin Jainz hat sie schon mehr als 40 Mal gebacken. FOTO: Kathrin Janz

Erfüllende Tortenkunst

Immer häufiger wird auch mit echten Blüten und Zweigen gearbeitet. „Bei Hochzeiten finden sich die Farben und die Blumen der Dekoration und des Brautstraußes häufig auf der Torte wieder. „Maßgebend sind immer die Wünsche unserer Kunden. Wir verwirklichen sies dann bestmöglich.“ Nicht selten hört Kathrin Jainz, dass es fast zu schade ist, dieses Back-Kunstwerk anzuschneiden. „Aber am Ende werden sie doch alle vernascht.“ Häufig kommen Kunden wieder zu ihr oder empfehlen sie weiter. „Das ist das schönste Kompliment. Menschen mit meinen Torten glücklich zu machen, ist sehr erfüllend.“