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| 13:05 Uhr

Spargel und Erdbeeren
Rote Früchtchen für die Haut 

Steffen Lachmann in seiner Werkstatt auf dem Seifenhof. Nach Feierabend und an den Wochenenden widmet sich der Sozialpädagoge seinen Bio-Pflegeprodukten. Hier gießt er den Saft für die Erdbeer-Lippenpflege in die Dosen. Foto: Daniela Kühn
Steffen Lachmann in seiner Werkstatt auf dem Seifenhof. Nach Feierabend und an den Wochenenden widmet sich der Sozialpädagoge seinen Bio-Pflegeprodukten. Hier gießt er den Saft für die Erdbeer-Lippenpflege in die Dosen. Foto: Daniela Kühn FOTO: Daniela Kühn
Erdbeeren sind nicht nur ein köstlicher Vitaminlieferant. Ihr Aroma wird gern dazu verwendet, um Seifen und Cremes zum Duften zu bringen.

Natrium- oder Kalium-Salze von Fetten – diese Kurzbeschreibung für Seifen (althochdeutsch „seifa“ – Seife, Harz) klingt wenig verlockend. Kam es früher ausschließlich darauf an, Schmutz zu lösen und reinigend zu wirken, spielen heute Pflege und Duft eine ebenso große Rolle. Wem eine umweltfreundliche Produktion und natürliche Inhaltsstoffe wichtig sind, der wird im Handel und bei regionalen Seifenmachern fündig.

Regionale und geprüfte Zutaten

So auch in Kunersdorf, das zur Gemeinde Neu-Seeland (Oberspreewald-Lausitz) zählt. Dort lebt Steffen Lachmann mit seiner Familie auf dem „Seifenhof“. In seiner Freizeit widmet sich der Sozialpädagoge der Herstellung von Bioseifen. „Man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen, experimentieren und hält am Ende des Tages ein Ergebnis in seinen Händen, das man selbst erschaffen hat und zwar mit den Eigenschaften, die einem wichtig sind“, begründet der 47-Jährige seine Begeisterung für das Pflegeprodukt. Wert legt er auf Regionalität, Fairtrade und Bio. Zutaten wie Ziegen- oder Schafsmilch bezieht er von der ökologischen Höfegemeinschaft „Gut Ogrosen“, das Distelöl kommt aus dem Spreewald. Sheabutter, Mandelöl und Kokosfett tragen das Fairtrade-Siegel, er benutzt Bio-Produkte, verzichtet auf Konservierungsstoffe und Zusätze auf Mineralölbasis.

Geduld wird belohnt

Für die RUNDSCHAU-Serie „Erdbeeren und Spargel“ versucht sich Steffen Lachmann an einer „erdbeerigen“ Lippenpflege. In seiner Seifenwerkstatt wiegt er Kakao- und Sheabutter ab, gibt ein paar Stückchen Wachs von den eigenen Bienenvölkern hinzu. Dann folgen Rizinus-, Jojoba- und Kokosöl, Erdbeeraroma, Lebensmittelfarbe für den guten, roten Ton und Tocopherol, besser bekannt als Vitamin E. Die geschmolzenen Zutaten vermengt er mit einem elektrischen Rührstab. „Auf höchster Geschwindigkeitsstufe, weil sich die Stoffe sonst wieder trennen.“ Den Saft, der verführerisch nach der roten Frucht duftet, gießt er in kleine Dosen. „Fast fertig“, kommentiert Steffen Lachmann. „Noch eine Woche ruhen, dann kann der Balsam verwendet werden.“ Seife dauert etwas länger.  

Auch da hat er eine mit Erdbeerduft kreiert. Die Zutaten dafür ähneln denen für den Balsam, plus Wasser, Olivenöl und – Natriumhydroxid. „Unverzichtbar, um die Öle und Fette zu verseifen, also so zu binden, dass sie später mit Wasser schäumen.“ Das Gemisch wird erhitzt, zu einem Brei verrührt und in eine Blockform gegeben. Wegen der giftigen Dämpfe sind Schutzbrille und Handschuhe Pflicht. Ist die Masse fest, wird der Block herausgenommen und in einzelne Stücke geschnitten. „Dann braucht es Geduld. Diese Seife wird im traditionellen Kaltverfahren hergestellt und muss sechs Wochen liegen“, erklärt er. Erst dann steht fest, ob Konsistenz, Geruch und Wirkung den Ansprüchen genügen.

Ungezählte Male hat er Zutaten gemixt, Aromen und ätherische Öle ausprobiert, auf Wunsch die Formen selbst gebaut, die der Seife später ihre Gestalt verleihen. Duftend-pflegende „Elefanten“ oder „Bücher“ sind so entstanden. Steffen Lachmanns Haar- und Körperseifen verwöhnen nicht nur Kunden aus der Region. Auch in der Schweiz und Luxemburg kann man seine Produkte gut riechen. „Dass viele wiederholt bei mir bestellen, zeigt ihre Zufriedenheit. Ein schönes Gefühl“, gesteht er.

Ob die Erdbeerseife hält, was der erste Blick nach dem Trocknen verspricht, wird sich in einigen Wochen zeigen. Je länger eine Seife ruht, desto milder wird sie.  
Ob die Erdbeerseife hält, was der erste Blick nach dem Trocknen verspricht, wird sich in einigen Wochen zeigen. Je länger eine Seife ruht, desto milder wird sie.   FOTO: Daniela Kühn
Der rote Saft wird zu einem Erdbeer-Lippenpflegebalsam. Die bisherigen Sorten mit grünem Tee und mit Honig sind sehr beliebt.     Foto: Daniela Kühn
Der rote Saft wird zu einem Erdbeer-Lippenpflegebalsam. Die bisherigen Sorten mit grünem Tee und mit Honig sind sehr beliebt. Foto: Daniela Kühn FOTO: Daniela Kühn