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| 13:04 Uhr

Spargel und Erdbeeren
Hochprozentige Köstlichkeiten aus der Flasche

Godehard Lies vor seinen selbst kreierten Spirituosen. Auch Spargel lässt sich so genießen.
Godehard Lies vor seinen selbst kreierten Spirituosen. Auch Spargel lässt sich so genießen. FOTO: Daniela Kühn
Spargel und Erdbeeren schmeicheln dem Gaumen. Warum sollte das nicht auch in flüssiger Form möglich sein, fragte sich Godehard Lies. Als Meister seines Faches ist es dem Destillateur aus Laubsdorf ein Leichtes, aus vielen Gemüse- und Obstsorten verschiedene Spirituosen zu kreieren.

Dafür braucht es allerdings mehr als nur Spargel oder Erdbeeren, Hefe, Wasser, Zucker und natürlich eine Destillieranlage. Sie ermöglicht das thermische Trennverfahren, bei dem Alkohol gewonnen wird. In diesem Zusammenhang ist bei der Destillation (lat. destillare: herabtröpfeln, von stilla: Tropfen) auch vom Brennen die Rede. So wird in einem Behälter die Maische – zum Beispiel ein Früchte-Hefe-Brei – erhitzt, bis der Dampf aufsteigt, der über das Geistrohr in die Kühlspirale fließt, wo das Destillat kondensiert und dann in ein Glas oder ein anderes Gefäß tropft.  

Obst und Gemüse zum Anstoßen

Godehard Lies kennt alle Tricks, um aus so gut wie jeder Zutat eine entsprechende  Spirituose herzustellen. Den Beruf hat er von der Pike auf gelernt, zu DDR-Zeiten in der Konsum Kornbrand- und Likörfabrik „Melde“ in Cottbus, und sich durch ein Ingenieurstudium weiteres Wissen angeeignet. Nach dem Aus für das  Traditionsunternehmen 1996 und einigen Jahren in anderen Firmen wagte der Destillateur den Schritt in die Selbstständigkeit. Erst waren es vor allem Freunde und Bekannte, die auf sein Können setzten. Aus deren Ideen und Produkten entstanden die ersten Sortimente. Bald gelang Godehard Lies der Durchbruch mit seiner „Spreewälder Spirituosen Manufaktur“.

Vor elf Jahren schuf er den Gurkenlikör und hatte damit schnell Erfolg. „Unsere Region und den Spreewald verbinden andere vor allem mit der Gurke. Deshalb wollte ich ein spezielles Produkt entwickeln, das zu uns passt.“ Inzwischen hat er zahlreiche Geiste und Liköre kreiert und regelmäßig kommen neue hinzu. So auch seine Spargelspirituose. Bei einem Besuch im Kloster Lehnin zur Spargelsaison machte ihn seine Frau darauf aufmerksam, wie viele Spargelprodukte dort angeboten wurden. „Das könnte auch bei uns funktionieren, dachte ich mir und setzte mich an das Rezept.“ Herausgekommen ist eine Spirituose mit 38 Prozent Alkohol und ohne Zuckerzusatz. „Geschmack und Geruch sind spargeltypisch. Wie die leckeren Stangen selbst bevorzugen die Kunden auch das Getränk eher zur Spargelsaison“, berichtet Godehard Lies. 

Monatelange Geduld und regelmäßige Kontrollen

Für seinen hochprozentigen Pfefferminz-Likör „P 50“, den Gurken-Geist oder auch die „Hechtsuppe“ hat er nicht nur private Abnehmer gefunden, sondern Getränke- und Einkaufsmärkte, Gaststätten und Hotels. Längst kommen die Interessenten mit eigenen Ideen zu ihm. „Die Entwicklung der Rezeptur dauert mitunter nur einige Tage“, so der Destillateur. „ Allerdings können sich Geschmack, Konsistenz und Geruch noch ändern, weshalb jeder Likör, jeder Geist über längere Zeit stehen gelassen, getestet und regelmäßig kontrolliert werden muss. Erst wenn ich mir sicher bin, dass die Kreation mehrere Monate nach der Herstellung haltbar und vor allem geschmacklich originalgetreu ist, wird das Produkt an den Interessenten übergeben bzw. zum Verkauf angeboten.“ Auch mit Firmen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, die Obst oder Gemüse anbauen, arbeitet Godehard Lies zusammen. So lässt sich nicht nur mit Spargel- und Erdbeerlikör aus der Spreewälder Spirituosen Manufaktur genüsslich anstoßen, sondern längst auch mit Aronia, Sanddorn, Meerrettich, Knoblauch, Kräutern und vielem mehr.

Eine 0,5 Liter-Destille – die kleine Anlage dient in der „Spreewälder Spirituosen Manufaktur“ als Dekoration.
Eine 0,5 Liter-Destille – die kleine Anlage dient in der „Spreewälder Spirituosen Manufaktur“ als Dekoration. FOTO: Daniela Kühn