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| 13:07 Uhr

Spargel und Erdbeeren
Gesunder Spargelgenuss

Dr. Michael Polte ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Sportmedizin und rät dazu, die Ernährung im Zweifelsfall mit dem Hausarzt zu besprechen.
Dr. Michael Polte ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Sportmedizin und rät dazu, die Ernährung im Zweifelsfall mit dem Hausarzt zu besprechen. FOTO: Daniela Kuehn
Der Frühling ist ihre Saison: Unzählige Spargelstangen landen noch bis Ende Juni in zahlreichen Variationen auf den Tellern und werden verspeist. Dr. Michael Polte, Facharzt für Allgemeinmedizin und Sportmedizin in Cottbus, weiß, wie viel Spargelgenuss gesund ist.

Erst einmal vorweg: das Edelgemüse ist ein hervorragender Lieferant für Wasser und Spurenelemente, die wiederum wichtig für ein intaktes Immunsystem sind. Spargel besteht zu etwa 93 Prozent aus H2O, bei gerade mal 20 Kalorien pro 100 g. Die Asparaginsäure in den weißlich-gelben, violetten und grünen Stangen wirkt entschlackend.

Außerdem enthält das frische Gemüse Kalium, Phosphor, Kalzium und die Vitamine A, B1, B2, C, E sowie Folsäure. Grüner Spargel verfügt sogar über noch hochwertigere Inhaltsstoffe. „Ein Pfund dieser Sorte deckt den kompletten Tagesbedarf an Vitamin C“, sagt der Mediziner. „Generell gehört Spargel zu den Lebensmitteln, die zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung beitragen können.“

Unproblematisch

 für gesunde Menschen

Doch häufig ist im Zusammenhang mit Spargel auch von Purinen die Rede. Sie sind wichtig für den Körper, da sie unter anderem mitverantwortlich für den Aufbau neuer Zellen sind. „Die Purine aus den Nahrungsmitteln werden in der Niere abgebaut. Dabei entsteht Harnsäure, die bei gesunden Menschen ganz normal über den Urin ausgeschieden wird. Problematisch wird es, wenn jemand an einer Nierenerkrankung leidet, überwiegend purinreiche Lebensmittel verzehrt oder zu einer riesigen Portion Spargel auch noch sehr viel Alkohol konsumiert“, warnt Michael Polte. „Der Alkohol verzögert das Ausscheiden der Harnsäure.

Zu viele Purine im Körper führen zu einem erhöhten Harnsäurespiegel. Es bilden sich Kristalle, die vor allem in den Finger- und Zehengelenken abgelagert werden und dort zu Gicht und den typischen Begleiterscheinungen wie heftigen Schmerzen und starken Schwellungen führen können. Betroffene Patienten berichten von massiven Attacken, ausgelöst durch eine extreme Entzündung.“

Ein bewusster Umgang mit Purinen ist also durchaus sinnvoll. „Allerdings ist Spargel  im Vergleich zu anderen Produkten fast schon unbedenklich, da er nur einen Bruchteil an Purinen enthält“, erklärt Michael Polte. „Genauso viel wie Spinat beispielsweise, aber sehr viel weniger als Fleisch, Innereien, Wurst, Räucherfisch, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte und Wein.“ Deshalb ist es wichtiger, die Ernährung allgemein etwas purinärmer zu gestalten. Wer seinen Wurst-, Fleisch- und Fischverzehr auf drei wöchentliche Portionen beschränkt, braucht nicht auf frischen Spargel zu verzichten.

Auf die Dosis achten

Michael Polte rät: „Alle saisonalen und regionalen Gemüse-und Obstsorten können  mit gutem Gewissen empfohlen werden. Kurze Wege und Zeiten von der Ernte zum Verbrauch sind einfach das Beste. Wer aber im Januar unbedingt Pfirsiche und im September Spargel essen möchte, muss sich darüber im Klaren sein, dass diese Produkte nicht aus der Region stammen können. Damit kann man auch daran  zweifeln, dass die sonst so sehr geschätzten Vitamine und Nährstoffe nicht oder nur in geringem Maß enthalten sind.“

Bei der Frage, welche Lebensmittel förderlich für die Gesundheit sind, können beispielsweise auch der Hausarzt, ein Ernährungsberater oder die Fachliteratur helfen. „Sich Rat und Informationen einzuholen, ist auf jeden Fall besser, als sich zu kasteien“, sagt Michael Polte und fügt hinzu: „Es gilt, wie überall der Grundsatz, den der Schweizer Arzt Paracelsus vor knapp 500 Jahren prägte: ‘Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist‘.“