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| 10:58 Uhr

Frankfurter Kranz
Der süße Geschmack der Heimat

Das Kuchenbuffet beim traditionellen Steinfest kurz vor dem Ansturm. Bei den
alljährlichen Treffen freuen sich die früheren Bewohner auch auf die beliebten
Backspezialitäten.
Das Kuchenbuffet beim traditionellen Steinfest kurz vor dem Ansturm. Bei den alljährlichen Treffen freuen sich die früheren Bewohner auch auf die beliebten Backspezialitäten. FOTO: Interessengemeinschaft Klein Buckow
Klein Buckow. Wenn in Klein Buckow gefeiert wurde, dann nie ohne Kuchen und Torten. Das ist bis heute so geblieben, obwohl die 180 Einwohner das Dorf ab Mitte der 1980er-Jahre wegen des Tagebaus verlassen mussten. Wenn sie sich treffen, gibt es Bucksche Köstlichkeiten. Daniela Kühn

Der Frankfurter Kranz und die Zitronenecken sind legendär. Ebenso schmackhaft und beliebt sind auch die Quarktorte, der LPG-Kuchen, die Eierschecke, das Bucksche Erdbeersahnetörtchen oder die Hefeplinse nach Omas Art. Alle diese Leckereien wecken in Ines Betker Erinnerungen an ihre alte Heimat. „Egal zu welchem Anlass wir früher zusammenkamen, hausgebackenen Kuchen gab es immer, dafür haben die Frauen im Dorf schon gesorgt“, sagt die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Klein Buckow.

Das Bucksche Koch- und Backbuch ist eine Rarität  mit  vielen  köstlichen  Rezepten,  die  so  davor  bewahrt  werden  sollen,  vergessen  zu  werden.
Das Bucksche Koch- und Backbuch ist eine Rarität mit vielen köstlichen Rezepten, die so davor bewahrt werden sollen, vergessen zu werden. FOTO: Daniela Kühn

Diese Tradition wurde beibehalten. Denn die ehemaligen Bewohner treffen sich auch noch 30 Jahre, nachdem ihr Dorf dem Tagebau Welzow-Süd weichen musste und devastiert wurde, mindestens zwei Mal im Jahr. „Es geht darum, dass wir an alte Zeiten erinnern und voneinander erfahren, wie es uns ergangen ist. Zum einen lesen wir Ausschnitte aus der Chronik vor, die der frühere Schuldirektor Georg Rothe geschrieben hat.“ Der zweite alljährliche Anlass ist das traditionelle Steinfest, mit dem sie ihrer alten Heimat gedenken. Mitten in der Tagebaufolgelandschaft werden dann Zelte, Tische und Bänke für die bis zu 80 Besucher aufgebaut. „Natürlich gibt es immer die gebackenen Spezialitäten. Darauf freuen sich alle, denn sie sind noch einmal eine besondere Erinnerung an Klein Buckow“, berichtet Ines Betker. Um diesen Teil ihrer gemeinsamen Vergangenheit zu erhalten, ist vor einigen Jahren die Idee für ein Bucksches Koch- und Backbuch entstanden.

„Wir wollten nicht, dass dieser Schatz verlorengeht und haben die ehemaligen Einwohner nach ihren Lieblingsrezepten gefragt.“ 28 Ideen für Kuchen, Torten und Kekse wurden so zusammengetragen und haben es in die Ausgabe geschafft, die mit vielen Dorfansichten gestaltet ist.

Der Frankfurter Kranz rangiert auf den oberen Plätzen, wenn es um die Beliebtheit der Buckschen Torten und Kuchen geht.
Der Frankfurter Kranz rangiert auf den oberen Plätzen, wenn es um die Beliebtheit der Buckschen Torten und Kuchen geht. FOTO: Interessengemeinschaft Klein Buckow

180 Bücher ließ die Interessengemeinschaft drucken – mittlerweile ist die Auflage vergriffen. Wer also eine dieser leckeren Spezialitäten nachbacken will, braucht gute Kontakte. „Das Kuchenbuffet bei unseren Festen ist immer sehr beliebt. Häufig heißt es dann: ‚Das schmeckt wie früher‘.“

Ein besonderes Highlight sind der Frankfurter Kranz und die Zitronenecken. Aber auch die vielen anderen Sorten kann Ines Betker wärmstens empfehlen. „Der Kuchen verbindet uns, er bleibt uns als Bestandteil unserer Tradition. Der Geschmack gibt uns ein Stück Erinnerung zurück, ein Stück Heimat.“ Und ein Rezept darf sie dann doch verraten – die Hefeplinse nach Omas Art. Viel Erfolg beim Ausprobieren und guten Appetit.

Hefeplinse nach Omas Art (Zutaten für bis zu 35 Plinse):

  • 1 l lauwarme Milch,
  • 500 g Mehl,
  • 8 Eier,
  • 1 Stück Hefe,
  • 1 TL Zucker,
  • 1 Prise Salz,
  • Fett zum Braten,
  • Butter,
  • Zucker,
  • Zimt zum Bestreuen

Zubereitung:

Die Eier zunächst trennen. Dann aus Zucker, Eigelb, Mehl, Salz, Milch und Hefe einen Teig zubereiten. Das Eiweiß steif schlagen, aber noch nicht unterheben. Den Teig für zwei Stunden an einen warmen Ort stellen und gehen lassen. Achtung: Für die angegebene Menge braucht man mindestens einen Acht-Liter-Topf, damit sich der Teig nicht wie in der „Süße Brei“ in der Küche ausbreitet. Nun den Eischnee vorsichtig unter den Hefeteig heben und die Plinse in einem heißen Tiegel mit heißem Fett von beiden Seiten goldbraun backen. Anschließend heiß mit Butter und Zimt servieren