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| 08:06 Uhr

Gesichter des Theaters
Ursula Fröhlich

FOTO: LR / Erich Schutt
Cottbus. Am 29. April 1995 stirbt nach langer Krankheit Ursula Fröhlich. Sie ist von 1969 bis 1978 Intendantin des Cottbuser Theaters – die einzige Frau auf diesem Posten seit Gründung des Musentempels vor 110 Jahren.

Als Tochter eines Arztes jüdischer Herkunft am 22. November 1915 geboren, wird ihr nach dem Abitur das Studium verwehrt. Sie kann eine private Ausbildung zur Sängerin abschließen, hat aber bis zum Ende der Hitlerherrschaft Auftrittsverbot. Nach Kriegsende wird sie Mitarbeiterin des Berliner Rundfunks und tritt in Konzerten mit neuzeitlichen Liedern auf.

Zwischen 1948 und 1951 ist sie als dramatische Altistin am Stadttheater Plauen engagiert, heiratet dort den Schauspieler und Regisseur Anton Loerding. In den 50er-Jahren ist die Sängerin in Opern- und Operettenpartien am Hans-Otto-Theater zu hören.

Sie ergänzt ihre Ausbildung mit einem Schauspielerabschluss und beginnt mit 50 Jahren, Theaterwissenschaften zu studieren. Mit Spielzeitbeginn 1959/60 wird sie als Intendantin des Stadttheaters Freiberg berufen und inszeniert einige Operetten, darunter 1964 „Frau Luna“. 1968/69 ist sie im Bezirksbeirat für Kunst und Kulturwissenschaft in Karl-Marx-Stadt tätig.

Mit Spielzeitbeginn 1969/70 wird sie Intendantin des Stadttheaters Cottbus. Mehrmals springt sie auf der Cottbuser Bühne wieder als Sängerin ein. Ursula Fröhlich wird in ihrer letzten Spielzeit 1977/78 Ehrenmitglied des Theaters.

An der Cottbuser Bühne setzt sie sich sehr für die zeitgenössische Dramatik ein. Unter ihrer Leitung werden „Theatertage“ an Betrieben des Bezirkes Cottbus eingeführt, das Arbeitertheater unterstützt und das Anrechtssystem verbessert.