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| 13:10 Uhr

Gesichter des Theaters
Nils Nobach

FOTO: Staatstheater
Cottbus. Was haben Stars wie Angèle Durand, Rex Gildo, Conny Froboess, Gitte Haennig oder die Lily-Marlene-Sängerin Lale Andersen mit Cottbus zu tun? Zunächst einmal nichts und im zweiten Hinsehen doch einiges. Von Klaus Wilke

Am Beginn ihrer Schlagerkarrieren, deren Wirkung in der Mitte des vorigen Jahrhunderts durch Schallplatten in Millionenauflagen potenziert wurde, trafen sie auf Nils Nobach (1918-1985), und der ebnete ihnen den Weg. Nobach gilt als eine der Schlüsselfiguren der westdeutschen Schallplattenindustrie. Zu seinen Freunden zählte Showmaster Dieter Thomas Heck, der seinen Sohn nach ihm benannte.

Und weil Nobach von 1942 bis 1944 im Stadttheater Cottbus engagiert war, lohnt es, wenn man künftig an besagte Schlagerstars denkt, ein wenig auch Cottbus mitzudenken. Dieser Nobach also. Ein Schauspieler, der eine seiner ersten Rollen in Kleists "Prinz von Homburg" spielt. Bilder zeigen ihn als einen Typ von der Kategorie Hans Albers. Frauen mögen ihn. Er steht in Cottbus auf der Bühne auch als Major von Tellheim in Lessings "Minna von Barnhelm", als Rittmeister von Kießling in Dostals "Die ungarische Hochzeit" und als Leander in Grillparzers "Des Meeres und der Liebe Wellen".

Nobach kann machen, was er will, die Menschen liegen ihm zu Füßen. Auch als er sich überreden lässt, nach Ausfall eines Sängers in der Oper "Tosca" als Angelotti einzuspringen. Er ruft zwar mehr, als dass er singt, aber sein Publikum applaudiert. Nils Nobach heiratet die Cottbuser Operndiva Katja Richter.