ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:02 Uhr

GESICHTER DES THEATERS
Max Berg-Ehlert

FOTO: pr
Max Berg-Ehlert war der erste Cottbuser Theaterdirektor und mit 33 Jahren der jüngste in der110-jährigen Geschichte. Von Klaus Wilke

92 Bewerber hatten sich um diesen Posten beworben, ihm war er zugesprochen worden. Das war in dreierlei Hinsicht ein Segen für die junge Bühne. Brachte der Direktor doch gar nicht so knappe finanzielle Mittel und einen reichen Ausstattungsfundus mit. Zweitens sorgte er für einen reichen Spielplan, indem er, unterstützt durch Gäste, in den ersten sechs Wochen 14 Stücke im Sprechtheater, darunter Lessings "Minna von Barnhelm" und Schillers "Wallensteins Lager" sowie sieben Operetten auf die Bühne brachte. Drittens war er offenbar selbst eine Art Vollblutschauspieler. Jedenfalls feierte ihn der Kritiker des "Cottbuser Anzeigers" am 20. Oktober 1908 nach einer Vorstellung von "Die Veilchenfresser" des schon damals "halb vergessenen" Gustav von Moser. Max Berg-Ehlert hatte darin einen schneidigen Husarenleutnant gegeben. Es war sozusagen also ein Husarenritt zu erleben: "Die Konversation war überaus gewandt, die Bewegungen elastisch und kraftvoll, die Mimik bedeutend und sprechend." Und: "Man wird selten darstellerische Leistungen zu sehen bekommen, wo wie in diesem Falle der darstellende Künstler seine Rolle so vollkommen deckt, wo er so restlos in ihr aufgeht." Berg-Ehlert hatte das Amt bis 1911 inne.