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Geschichte
„Machbuba aus der Fixierung an den Fürsten lösen“

Bad Muskau/Wien. In Bad Muskau wird derzeit an einer neuen Dauerausstellung über Fürst Pückler und seine Machbuba gearbeitet. Wir haben Ausstellungsmacherin Kerstin Volker-Saad gefragt, was die Besucher dort erwarten können.

In Bad Muskau soll Machbuba eine eigene Ausstellung gewidmet werden. Sie sind die Ausstellungsmacherin. Auf was können sich die Besucher freuen?

Kurz gesagt: Machbuba wird aus der literarischen Fixierung an den Fürsten gelöst und erhält - soweit das anhand der bisher verfügbaren Quellen möglich ist - ihre eigene Biografie zurück. Im Auftrag der Stiftung Fürst Pückler-Park Bad Muskau versuche ich durch Forschungsaufenthalte unter anderem in Äthiopien, im Sudan und in Wien Machbubas Leben zu rekonstruieren, auch mit Blick auf andere vergleichbare zeitgenössische Lebensgeschichten. Dabei wird Machbubas Heimat mit ins Spiel gebracht, eine Perspektive, die bisher ziemlich ausgeblendet wurde.

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Kerstin Volker-Saad u FOTO: Regina Weiß / Medienhaus Lausitzer Rundschau

Wo gibt es Schwierigkeiten?

Eine große Schwierigkeit stellt dar, dass die Geschichte bisher – von Pückler angefangen – immer als homogenes, lineares Narrativ präsentiert wurde. Doch bei genauerer Betrachtung muss man zwischen der „literarischen“ Machbuba und der „realen“ Machbuba, die ab dem Aufenthalt in Syrien faktisch greifbar wird, unterscheiden.

Was werden wir denn in Bad Muskau künftig zu sehen bekommen?

In der Villa Pückler soll die Geschichte der gesamten Orientreise des Fürsten von 1834 bis 1840 aufgearbeitet und präsentiert werden. Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Quellen bisher noch nicht ausgewertet wurden, die Pücklers Beziehung mit Machbuba zum Teil in einem ganz anderen Licht darstellen.

Sie sind derzeit in Wien auf Spurensuche. Welche neuen Erkenntnisse haben Sie über Machbuba gewinnen können?

Das jetzt preiszugeben, würde ja die Freude verderben, sich im Jahr 2020 die Ausstellung in der Villa Pückler anzuschauen, oder?

Mit Kerstin Volker-Saad sprach Bodo Baumert