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| 13:15 Uhr

Gesichter des Theaters
Irene Korb

FOTO: Staatstheater
Cottbus. Bekannte Defa-Filme der unmittelbaren Nachkriegszeit verbinden sich mit dem Namen einer Schauspierin, die sich, jung an Jahren (1923 geboren), ab 1942 in Cottbus ihre ersten Sporen verdiente: Irene Korb. Von Klaus Wilke

Sie war zunächst für das Rollenfach als jugendliche Salondame engagiert und wechselt dann zur Salondame.

Für den damaligen Intendanten des Stadttheaters Cottbus, Kurt Rabe, ist die gebürtige Dresdnerin bald "die talentierteste, vielseitigste und stärkste Stütze" seines Spielplans. Wer sie damals sieht, dessen Augen merken, dass da eine auffällige Begabung am Werk ist.

Auch solches Augenmerk auf Irene Korb richtet kein Geringerer als Erfolgsregisseur Wolfgang Staudte, Spitzenmann des Nachkriegsfilms (unter anderem "Die Mörder sind unter uns", "Rosen für den Staatsanwalt"). Staudte wählt sie als Hauptdarstellerin für seinen Film "Rotation" (1949). Sie verkörpert darin mit viel Einfühlung die tapfere Frau eines Druckereiarbeiters, der nach anfänglicher Zustimmung den Nationalsozialisten aktiven Widerstand entgegensetzt und verfolgt wird.

Für den Gegenwartsfilm "Unser täglich Brot" erhält sie 1950 im Kollektiv den DDR-Nationalpreis. Später steht die "Salondame aus Cottbus" häufig vor Kameras des DDR-Fernsehens. Sie brilliert in ihrer Niederlausitzer Zeit einerseits mit jugendlicher Frische, eignet sich aber andererseits, lernfähig, wie sie ist, in einem breiten Rollenspektrum Erfahrungen an, die sie später in Berliner Theatern, in Filmen und im Fernsehen auszeichnen.

So spielt sie in Cottbus unter anderen Elisabeth in "Maria Stuart", Sophie in "Clavigo" und die Titelrollen in Operetten wie "Das bezaubernde Fräulein" von Ralph Benatzky und "Eva im Abendkleid" von Nico Dostal. Irene Korb ist im Dezember 1978 gestorben.