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| 13:07 Uhr

Gesichter des Theaters
Ilona von Batori

FOTO: Staatstheater Cottbus
Cottbus. Zum 20. Geburtstag des Cottbuser Theaters reimte die Soubrette und Altistin Ilona von Batori für eine Sonderausgabe der "Lausitzer Landeszeitung" am 1. Oktober 1928: "Die Redaktion will von mir wissen, ob man in Cottbus kunstbeflissen, kurz und prägnant soll ich nun schreiben und bei der Wahrheit auch verbleiben. Von Klaus Wilke

,In Cottbus wunderschön es war, wär’ ich geblieben sonst 14 Jahr’?"

Richtig, Ilona von Batori hatte schon zum langen Kometenschweif angesehener Künstler gehört, den Gründungsdirektor Max Berg-Ehlert (s. 1. Folge) 1908 nach Cottbus gezogen hatte. Bilder zeigen sie als ein neckisches Persönchen, das sich bald zu einem Publikumsliebling heraufspielte. Die Herzen der Männer schlugen schneller, wenn die Batori die Bühne betrat und sang und manchmal tanzte. Vielleicht ein Multitalent, soll sie doch auch eine begnadete Zeichnerin gewesen sein.

Der Theaterverein muss beeindruckt gewesen sein. Denn er machte für die Ausbildung der jungen Sängerin ein Stipendium von damals (1910) erstaunlichen 1100 Mark locker. Auch später, 1922 war sie nach Bielefeld und dann nach Koblenz gewechselt, gab sie wiederholt Gastspiele in Cottbus – ein Publikumsmagnet.

Noch einmal erlebten die Cottbuser ein bewegendes Wiedersehen mit dieser Künstlerin, die ihnen so viele schöne Theatererlebnisse geschenkt hatte. In der ersten Vorstellung nach dem Krieg "Der Vorhang geht auf" stand sie auf der Bühne. Dies muss einer ihrer letzten Auftritte gewesen sein. Im Oktober 1945 fiel sie in tragischer Weise einer Typhuswelle zum Opfer.