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| 09:41 Uhr

Lausitzer Geschichte
Aus der Historie der Rote Armee Fraktion

Die französische Zietung „Liberation“ druckte am 28. September 1977 das Bild des entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer unter dem Logo der RAF. Schleyer war am 5. September entführt worden. Drei Politisten und der Fahrer seines Wagens starben bei der Geiselnahme. Am 19. Oktober 1977 wurde er im Kofferraum seines Autos im Elsass ermordet aufgefunden.
Die französische Zietung „Liberation“ druckte am 28. September 1977 das Bild des entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer unter dem Logo der RAF. Schleyer war am 5. September entführt worden. Drei Politisten und der Fahrer seines Wagens starben bei der Geiselnahme. Am 19. Oktober 1977 wurde er im Kofferraum seines Autos im Elsass ermordet aufgefunden. FOTO: dpa / dpa/dpaweb
Drei Generationen der RAF sind als Brandstifter, Bankräuber und Mörder aktiv gewesen.

Die Rote Armee Fraktion (RAF) ist 1970 von Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Horst Mahler und Ulrike Meinhof gegründet worden. Sie verstand sich als antiimperialistische Stadtguerilla nach südamerikanischem Vorbild. Der Gruppe haben bis zu ihrer selbst erklärten Auflösung im Jahr 1998 nie mehr als 20 Personen gleichzeitig angehört.

Die RAF wird für 34 Morde an Führungskräften aus Politik und Wirtschaft, Fahrern und Leibwächtern, Polizisten, Zollbeamten und amerikanische Soldaten verantwortlich gemacht. Die Terroristen finanzierten ihr Leben in der Illegalität durch Banküberfälle. Sie verübten Sprengstoffattentate. Mit Entführungen versuchten sie, inhaftierte Mitglieder frei zu pressen.

RAF-MItglieder sind bereits in den 70er-Jahren mit falschen Pässen von der DDR-Grenzpolizei bei der Einreise nach Ostberlin aus dem Verkehr gezogen und von der Staatssicherheit vernommen worden. Sie wurden stets wieder auf freien Fuß gesetzt und ziehen gelassen. Die Stasi sorgte auch dafür, dass in Osteuropa inhaftierte RAF-Terroristen freigelassen wurden. Über Berlin-Schönefeld und Prag sind Mitglieder unter anderem nach Jordanien gereist, um sich in Plästinensercamps an der Waffe ausbilden zu lassen.

Anfang der 80er-Jahre intensivierte Inge Viet die Kontakte zur Staatssicherheit, um ausstiegswillige RAF-Mitglieder – so der ursprüngliche Plan – in Afrika oder einem anderen sozialistischen Land vor dem Zugriff der europäischen Strafverfolgungsbehörden sicher zu verbergen. Überraschend für die Bittsteller unterbreitete die DDR das Angebot, die selbst erklärten Ex-Terroristen aufzunehmen und mit neuen Identitäten auszustatten.

Vermittlerin Inge Viet war die Letzt der zehn im Juni 1990 in der untergehenden DDR festgenommenen Ex-RAF-Mitglieder. Auch sie hat als Kronzeugin ausgesagt, um lebenslanger Haft zu entkommen. Viet belastete die Ex-Stasi- Offiziere, die sie und die anderen RAF-Aussteiger in ihrem hochgeheimen Asyl in der DDR unterstützt hatten. 1997 wurden drei Offiziere des MfS angeklagt und teilweise wegen versuchter Strafvereitelung verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat die Urteile ein Jahr später mit der Begründung aufgehoben, das Handeln der Geheimdienstoffiziere sei „als Ausdruck staatlicher Souveränität hinzunehmen“.

www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/geschichte-der-raf

www.bstu.bund.de

www.stasi-mediathek.de/sammlung/stasi-und-raf

(kw)