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| 13:13 Uhr

Gesichter des Theaters
Hede Larsen

FOTO: Staatstheater
Cottbus. Die Schauspielerin Hede Larsen erlebten Generationen von Theaterbesuchern in Cottbus. 1928 gab sie hier, nachdem sie Unterricht bei einer Hofschauspielerin genommen hatte und in mehreren kleineren Theatern engagiert gewesen war, ihren Einstand. Von Klaus Wilke

Da konnte noch keiner ahnen, dass für sie ein ungewöhnlich langes Engagement anbrach.

Erst 1960 trat sie – zum Ehrenmitglied ernannt – in den Ruhestand. Kein Wunder, dass sie die Fächer durchlief: von der jugendlichen Salondame über die Liebhaberin, die Sentimentale und Heldin bis zur Anstandsdame und Heldenmutter. Sie spielte in ihrer Laufbahn so unterschiedliche Rollen wie Gretchen, Desdemona, Ophelia, Minna von Barnhelm, Maria Stuart, Sappho, Lady Macbeth und Mutter Wolffen. Günter Pumpa, der fast ein halbes Jahrhundert an diesem Theater wirkte, erinnert sich: "Sie spielte nicht die proletarische, sie gab die bürgerliche Mutter. Mit aller Eleganz und Distanz. Das konnte sie. Da war sie einzig. Einzig war Hede Larsen aber auch in Pflichtbewusstsein und Vorbildfunktion. Sie war pünktlich, genau, ja übergenau."

Als sie dann mal gegen die Gewohnheit eingesetzt wurde, bewies sie, dass sie durchaus auch komische Rollen hätte bewältigen können. Das war in der Operette "Treffpunkt Herz", in der sie die Leiterin eines amerikanischen Balletts verkörperte. "Da hat sie alle Erwartungen übertroffen, so gut war sie, so umwerfend komisch", weiß Günter Pumpa noch heute.