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| 07:30 Uhr

Sprache
Abgebrannt und Zapfenstreich - was vom Dreißigjährigen Krieg geblieben ist

Den  Großen Zapfenstreich gibt es bis heute bei der Bundeswehr.
Den Großen Zapfenstreich gibt es bis heute bei der Bundeswehr. FOTO: dpa / Bernd von Jutrczenka
Köln. Einige Begriffe und Wendungen, die im Dreißigjährigen Krieg ins Deutsche eingingen, sind heute noch geläufig. Als Beispiele nennt das Institut für Deutsche Sprache:

ABGEBRANNT: In der Soldatensprache erweiterte sich die ursprüngliche Bedeutung „durch Feuer zerstört“ zu „verarmt“.

BASTA: Wurde von italienischen und spanischen Söldnern mitgebracht. Genug jetzt! Schluss damit!

BÖHMISCHE DÖRFER: Böhmen zählte zu den Hauptkampfgebieten. Viele tschechische Ortsnamen wurden von Deutschen aber nicht verstanden, so dass sich der Begriff „böhmische Dörfer“ im Sinne von „unbekannt, unverständlich“ herausbildete.

KAPUTT: In der Soldatensprache stand „kaputt machen“ für „erschlagen“.

PAPPENHEIMER: Waren die Soldaten des Generals Gottfried Heinrich zu Pappenheim (1594 bis 1632). „Daran erkenn ich meine Pappenheimer“ ist ein Zitat aus Schillers Drama „Wallensteins Tod“ von 1799. Heute ist die Wendung oft leicht negativ besetzt in der Bedeutung „Ich weiß, was für Leute ihr seid.“

RASIEREN: Wurde im Dreißigjährigen Krieg aus dem Französischen übernommen. Es hatte ursprünglich die Bedeutung von „kampfunfähig machen“.

SCHLAF, KINDLEIN, SCHLAF: Von „Bet, Kindlein, bet! Morgen kommt der Schwed“, was sich auf die schwedischen Truppen bezog.

ZAPFENSTREICH: Wurde vom Feldherren Wallenstein (1583 bis 1634) eingeführt, um die nächtlichen Alkoholgelage der Soldaten zu begrenzen. Es durfte dann nicht mehr gezapft werden.

(dpa/bob)