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| 19:07 Uhr

Junger Film
Turbulenter Roadtrip nach Norwegen

Der Film „Lass uns abhauen“ erzählt die Geschichte von Frieda und Oskar auf ihrem Roadtrip nach Norwegen.
Der Film „Lass uns abhauen“ erzählt die Geschichte von Frieda und Oskar auf ihrem Roadtrip nach Norwegen. FOTO: FFC
Cottbus. Schlange stehen und ausverkaufte Kinoreihen: Das erlebten die Besucher bei der Ausstrahlung des Films „Lass uns abhauen“ im Glad House. Regisseurin Isa Micklitza erklärt in einem Videobeitrag, wie ihr Film entstand. Von Christina Wessel

Wer mit Isa Micklitza in den Tagen des Filmfestivals sprechen möchte, muss viel Geduld aufbringen. Die Regisseurin ist eine begehrte Gesprächspartnerin und in Cottbus bekannt. Sie verbrachte hier ihre Jugend, arbeitete am Piccolo-Theater und machte sich mit ihren Kurzfilmen einen Namen.

Mit „Lass uns abhauen“ hat sie jetzt ein Langfilmdebüt vorgelegt, das mit schrägen Charakteren und einer turbulenten Geschichte unterhält. Der Hintergrund zum Plot ist dramatisch und wird am Ende des Films deutlich. Im Abspann erinnert Micklitza an einen Freund aus Studientagen an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen, der gestorben ist. Ihm ist „Lass uns abhauen“ gewidmet.

Der Film greift diesen Hintergrund als Thema zwar auf, entwickelt sich dann aber zu einem eher komödiantischen Trip durch Deutschland und Norwegen. Das liegt vor allen Dingen an den Charakteren der Hauptfiguren Frieda (Anja Thiemann) und Oskar (Sebastian Urzendowsky). Frieda ist impulsiv und unberechenbar. Sie jobbt in einer Bar und sehnt sich nach Abwechslung. Ganz anders Oskar, ein suizidaler Physikstudent, der sich von einer Brücke stürzen will, weil er mithilfe einer Formel berechnet hat, dass er keine Beziehung finden und immer alleine bleiben wird. Frieda rettet ihm das Leben, klaut ein Auto und verliebt sich in den verschrobenen Studenten.

Im Verlauf ihrer Reise werden die Unterschiede zwischen diesen Protagonisten immer deutlicher. Frieda gabelt einen Anhalter auf, schläft mit ihm und lässt sich in einer Kneipe volllaufen. Oskar ist bei diesen turbulenten Aktionen immer einen Schritt zurück. Er bleibt der scheue Beobachter einer Frau, die in allen Situationen an die Grenzen geht. Auch wenn die Annäherung dieser so unterschiedlichen Charaktere zu einem Liebespaar am Ende überrascht: Es ist ein unterhaltsames Debüt geworden, das den spielerischen und kreativen Umgang mit dem Leben feiert. Frieda umschreibt es so: „Ich bin Lebenskünstlerin“.

FOTO: LR / Janetzko, Katrin