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| 16:24 Uhr

Filmfestival Cottbus: Kopf des Tages
Ein Chauffeur mit Mission

Startklar: Fahrer Benjamin Andriske bringt Festivalbesucher in Cottbus an ihr Ziel.
Startklar: Fahrer Benjamin Andriske bringt Festivalbesucher in Cottbus an ihr Ziel. FOTO: Thomas Goethe / Thomas Goethe Fotoatelier Go
Cottbus. Benjamin Andriske hat seinen Traumjob gefunden. Er fährt für das Filmfestival Cottbus. Von Christina Wessel

Benjamin Andriske hat seinen Traumjob gefunden. Er fährt für das Filmfestival Cottbus.Mehr noch: Er verteilt die begehrten Schichten auf seine 13 Mitarbeiter. Meist ohne Einschränkungen. Denn für diesen Job, der nur eine Woche dauert, halten sich die Mitarbeiter den Tag frei. Andriske koordiniert den Fahrdienst für Regisseure, Schauspieler und Produzenten. Die Touren führen meist vom Flughafen in die Cottbuser Innenstadt. Und nicht selten möchten seine Gäste wissen, was sie nach dem Kinobesuch in der Stadt unternehmen können. Andriske empfiehlt meist eine Visite im Branitzer Park, einen Altstadt-Rundgang, den Besuch des Spremberger Turms und des Schlosskirchplatzes.

An prominenten Gäste hat der 34-Jährige dagegen wenig Interesse: „Ich würde sie wahrscheinlich nicht einmal erkennen“. Umso mehr kann er sich für die beiläufigen Gespräche im Auto begeistern. Dabei geht es meist um seine Heimatstadt Cottbus. „Es macht mir einfach Spaß, den Menschen diesen schönen Ort näher zu bringen.“ Eine Mission, die oft unter schwierigen Bedingungen stattfindet. „Schlaffahrten“ nennt Andriske diese Hürde, die ein Resultat langer Film- und Partynächte ist. „Ich musste sehr oft an Hoteltüren klopfen, um meine Fahrgäste rechtzeitig zum Flughafen zu bringen. Wer es dann ins Auto schafft, ist meist wenig gesprächig.

Die Begeisterung für den Film teilt der 34-Jährige übrigens mit seinen Kunden. Er hat einen großen Freundeskreis im Filmgeschäft und begann bereits im Jahr 2010 als Mitarbeiter für das Cottbuser Festival. Seither habe sich viel verändert: „Cottbus hat mittlerweile einen sehr hohen Stellenwert unter den Filmfestivals erreicht. Die Stadt kann mit den anderen Kinometropolen mithalten.“ Gute Voraussetzungen also, um die Region auch in den kommenden Jahren Gästen näher zu bringen.
Christina Wessel