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| 08:00 Uhr

Filmfestival: Kopf des Tages
Dieser Moderator schwärmt für Cottbus

Moderator Wolfgang Hamdorf im Gespräch mit der bulgarischen Regisseurin Iglika Triffonova beim Filmfestival Cottbus 2016.
Moderator Wolfgang Hamdorf im Gespräch mit der bulgarischen Regisseurin Iglika Triffonova beim Filmfestival Cottbus 2016. FOTO: Annett Kaiser
Cottbus. Wolfgang Hamdorf kennt die großen internationalen Filmfestivals. Von Christina Wessel

Der Journalist und Filmhistoriker moderiert bei der Berlinale Gespräche zwischen Regisseuren und Publikum. Ein Forum, das sowohl in seiner Popularität als auch Größe mit Cannes und Venedig mithalten kann. Doch Hamdorf freut sich jedes Jahr besonders auf Cottbus und das osteuropäische Kino. Kommt er auf die sieben Tage im November zu sprechen, gerät er ins Schwärmen: „In der Lausitz erwarten mich spannende Gespräche, verschiedene Kulturen und brandaktuelle Themen“. Insbesondere die Schwerpunkt-Reihen hätten immer wieder lebhafte Diskussionen hervorgerufen. Im Rahmen der Kuba-Reihe zeigte das Filmfestival 2016 auch Beiträge, die in den 1960er Jahren in der DDR gedreht wurden. So sahen die Festivalbesucher im deutsch-kubanischen Agententhriller „Preludio 11“ von 1963 einen jungen Armin Mueller-Stahl. Filme, die nicht selten in weltanschauliche Gespräche mündeten. Hamdorf erinnert sich an Diskussionen, in denen ein Zuschauer bedauernd feststellten: „Die DDR ist untergegangen und Kuba wird ebenfalls untergehen“. Gerade diese Momente seien für ihn als Moderator interessant, weil es zu einer offenen Auseinandersetzung zwischen Publikum und Filmschaffenden kommt.

Eitelkeiten und Profilierungssucht spielen in Cottbus selten eine Rolle. So jedenfalls hat es Hamdorf erlebt. Vielleicht kommt er auch deshalb zu dem Schluss: „Die Diskussionen sind in Berlin nicht spannender“. Den Vergleich hat er bereits seit acht Jahren. So lange moderiert er bereits in Cottbus. Das 28. Filmfestival, so seine erste Einschätzung, halte einige Überraschungen für das Publikum bereit. Insbesondere in der Sektion „Freund als Feind“ sowie bei den Beiträgen aus Serbien erwartet er Höhepunkte.