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| 16:00 Uhr

Cottbuser Filmschau
„Hafenrundfahrt“ durch Hoywoy

16. Cottbuser Filmschau: Stimmungsvoller Auftakt der Festival-Woche im Weltspiegel Cottbus.
16. Cottbuser Filmschau: Stimmungsvoller Auftakt der Festival-Woche im Weltspiegel Cottbus. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Die Cottbuser Filmschau des cineastischen Nachwuchses hat die Festivalwoche  eröffnet. Von Peter Blochwitz

Offiziell ist das 28. Filmfestival Cottbus am Dienstag im Großen Haus des Staatstheaters eröffnet worden, aber die ersten Preise dieser Festivalwoche waren da bereits vergeben. Die Cottbuser Filmschau läuft traditionell am Montagabend und gilt als inoffizieller Festivalauftakt. Mit diesem Kurzfilmwettbewerb, der zum 16. Mal ausgetragen wurde, unterstützt das Filmfestival Cottbus den cineastischen Nachwuchs und ambitionierte Filmemacher aus der Nieder- und Oberlausitz.

In das Rennen um Preise im Gesamtwert von 2750 Euro waren am Montagabend im Cottbuser Weltspiegel insgesamt 15 Kurzfilme gegangen. Die Schöpfer dreier Beiträge konnten sich neben den Dotierungen auch über die erstmals vergebenen – von der Cottbuser Design Manufaktur Style Work gestalteten – Preis-Skulpturen freuen.

Der Hauptpreis im Wert von 1500 Euro, gestiftet vom Staatssekretär für Medien und internationale Beziehungen des Landes Brandenburg, Thomas Kralinski, ging an Alexandra Grafke aus Spremberg mit dem Siebenminüter „So nah, so fern“ mit Carmen-Maja Antoni. Die Begründung der Jury, bestehend aus dem langjährigen Interfilm-Jury-Koordinator Hans Hodel sowie den Filmschaffenden Isa Micklitza und Roman Pernack: „Die Stärke des Films besteht darin, dass er sich statt auf Dialoge ganz auf das kinematografische Erzählen verlässt.“

Die Entscheidung war wie immer schwer. Juror Hodel: „Das ist ein bisschen so, als müsste man sich zwischen Äpfeln und Birnen entscheiden. Es sind ja doch sehr unterschiedliche Genre und Herangehensweisen.“ Und auch sehr unterschiedliche handwerkliche Voraussetzungen. Einen weiteren Aspekt nennt Isa Micklitza, die bei der Filmschau  auch selbst schon gewonnen hat: „Wir sind in der Jury so unterschiedliche Altersgruppen, von 80 bis Anfang 30 ...“

Jüngere Leute sind im Publikum stets deutlich in der Überzahl. So verwundert es nicht, dass der Publkumspreis mit klarem Vorsprung an den Cottbuser Glenn Buchholz für sein Fünf-Minuten-Musikvideo „Artfremd“ ging. Der Preis ist dotiert mit einem Einkaufsgutschein im Wert von 250 Euro, gestiftet von der SpreeGalerie Cottbus.

Den Sonderpreis der Stiftung für das sorbische Volk, der mit 1000 Euro dotiert ist, gewann Leon Babucke aus Radebeul mit dem zwölfminütigen Beitrag „Naturschutzgroßprojekt Lausitzer Seenland“. Der Film überzeugte laut Jurybegründung durch „sehr beeindruckende und großartige Bilder“ und zeige, was mit der Region Lausitz geschehen sei. Es sind auch fantastische Tieraufnahmen gelungen, wenngleich man sich doch noch lösen sollte vom „Duktus des alten Sielmann-Films“, wie Juror Roman Pernack einräumte.

In der von  Christian Matthée moderierten Veranstaltung im Weltspiegel konnten natürlich nicht alle Blütenträume reifen. Der Filmworkshop My Story hat sich mit dem  Beitrag „Jonny“ sicher etwas ausgerechnet, auch „Summertime – Eine Hommage an den unbekannten Schauspieler“ von Kristian Breitenbach und Daniel Ratthei hat auf jeden Fall Unterhaltungswert.

Das gilt erst recht für einen meiner persönlichen Favoriten, Jens-Uwe Röhls „Hafenrundfahrt durch New York“, die sich als höchst originelle Stadtrundfahrt in einem Robur-Bus durch Hoywoy erweist. Und da ich in Hoyerswerda aufgewachsen bin, war ich zudem sehr erfreut über den Film „Disko, Dada, DDR – Jugend in der Planstadt“ vom „Spurensuche“-Team der Kulturfabrik Hoyerswerda. Jugendliche von heute fragen: Wie lebten Jugendliche im Hoyerswerda der DDR-Zeit? Was für eine Jugend-Kultur gab es, welche Möglichkeiten bestanden, welche Grenzen wurden gezogen? Hoyerwerdaer Kultur-Urgesteine wie Reinhard „Pfeffi“ Ständer und Uwe Procksch haben eine Menge zu erzählen!