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| 16:11 Uhr

Gesamturteil: ★★★★✰
Die Tavernen im tiefen Thal: Wer nichts wird, wird Wirt.

FOTO: LR-Med / Marcus Scheib
Im neuen Brettspiel von Wolfgang Warsch sind die Spieler Tavernenbesitzer. Mit cleverer Wirtschaft und ein bisschen Würfelglück wird die eigene Taverne zum Sehnsuchtsort der adeligen Oberschicht. Wird es auch dieses Mal für Wolfgang Warsch zum “Spiel des Jahres”-Titel reichen?

Ein altes Sprichwort besagt “Wer nichts wird - wird Wirt”. Doch, dass es auch nicht leicht ist ein Wirt zu sein, zeigt uns das neue Spiel von Wolfgang Warsch.

Kurze Fakten zu „Expedition – Abenteurer, Entdecker, Mythen“

Spieleranzahl 2–4 Spieler
Altersempfehlung ab 10 Jahren
Spielzeit 60 Minuten
Spielverlag Schmidt Spiele
Spielautor Wolfgang Warsch
Genre Familienspiel

Darum geht´s in “Die Tavernen im tiefen Thal”

Die Spielmechanismen von “Die Tavernen im tiefen Thal” passen sehr gut zum Spielthema. Als Besitzer einer eigenen Taverne im tiefen Thal, versucht man besser zu wirtschaften als seine Mitbewerber. In diesem Spiel wird der Erfolg anhand von Siegpunkten bemessen.Siegpunkte bekommen die Spieler, indem sie zahlungskräftige Besucher in ihre Taverne locken. Das schaffen die Spieler mit Hilfe von Bier und Geld. Mit Geld kann die Wirtschaft ausgebaut werden, um so noch mehr Gäste mit noch mehr Bier glücklich zu machen.

FOTO: LR-Med / Marcus Scheib

So wird “Die Tavernen im tiefen Thal” gespielt

In insgesamt 8 Runden versuchen die Spieler die meisten Siegpunkte zu bekommen. Dazu müssen sie ihr Kartendeck mit zahlungskräftigen Gästen und neuem Personal füllen, um anschließend mit den Würfeln neues Geld und Bier zu erwirtschaften.

Nachdem jeder Spieler seine Taverne aufgebaut hat, beginnt die erste Runde. Jede Runde ist in 7 Phasen aufgeteilt:

Phase 1 - “Der nächste Abend in der Taverne”: Der Rundenmarker, sehr thematisch dargestellt durch einen Mond, wird ein Feld in der Runden-Leiste nach vorne gerückt. Auf jedem Feld der Runden-Leiste gibt es kleine Bonis für die Spieler.

Phase 2 - “Die Taverne füllt sich”: In der zweiten Phase zieht jeder Spieler Karten von seinem Deck. Auf den Karten sind Gäste, Kellnerinnen, Tellerwäscher, Lieferanten, leere Tische und Bierhändler abgebildet. Jede Karte wird zu dem Teil der Taverne gelegt, wo sie hingehört. Die Gäste besetzen die Tische, der Tellerwäscher kommt ans Waschbecken und so weiter. Wenn alle Tische im Lokal mit Gästen besetzt sind, endet diese Phase für den Spieler.

 Phase 2: Die Taverne füllt sich: Jeder Spieler zieht so lange Karten von seinem Kartendeck, bis alle Tische in der Taverne gefüllt sind.
Phase 2: Die Taverne füllt sich: Jeder Spieler zieht so lange Karten von seinem Kartendeck, bis alle Tische in der Taverne gefüllt sind. FOTO: LR-Med / Marcus Scheib

Phase 3 - “Die Kellnerin kommt”: Für jede Kellnerin, die der Spieler offen ausliegen hat, darf er nun einen Würfel in seiner Farbe nehmen. Der Würfel wird gewürfelt und anschließend unter seine Taverne gelegt.

Phase 4 - “Was darf´s denn sein?”: Jeder Spieler nimmt sich 4 weiße Würfel, würfelt sie und legt sie auf seinen Bierdeckel. Die Spieler suchen sich einen dieser 4 Würfel aus und legen ihn unter ihre Taverne. Anschließend werden die Bierdeckel reihum weitergegeben und die Spieler suchen sich den nächsten Würfel aus. Die Bierdeckel werden so lange weitergegeben, bis sie leer sind.

Phase 5 - “Qual der Wahl”: Nachdem nun jeder Spieler mindestens 4 Würfel unter seiner Taverne liegen hat, werden die Würfel auf die einzelnen Module und Gäste der Taverne verteilt. Hierbei dürfen die Würfel nur auf die Orte verteilt werden, die zur Würfelzahl passen.

 Phase 5: Qual der Wahl. Die Spieler verteilen die einzelnen Würfel in der Taverne
Phase 5: Qual der Wahl. Die Spieler verteilen die einzelnen Würfel in der Taverne FOTO: LR-Med / Marcus Scheib

Phase 6 - “Jetzt wird serviert”: Jedes Modul und jeder Gast, der in Phase 5 einen Würfel bekommen hat, wird ausgewertet. Lieferanten liefern für die Würfel Bier und Gäste zahlen für die Würfel ihre Rechnung. So bekommt jeder Spieler Bier und Geld. Mit dem Geld kann der Spieler seine Taverne ausbauen. Beispielsweise eine feste Kellnerin anstellen, sein Lager erweitern oder einen neuen Tisch aus der Auslage kaufen. Gekaufte Erweiterungen werden auf das Deck des Spielers gelegt. Mit dem Bier kann der Spieler neue Gäste und Adelige anlocken. Er nimmt sich die Gäste aus der Auslage und legt sie auf sein Kartendeck. Somit werden diese Gäste in der nächsten Runde mit Sicherheit einen Tisch in der Taverne einnehmen. Das übrige Geld und Bier kann im Tresor und Lager für die nächste Runde gespeichert werden.

 Phase 6 - “Jetzt wird serviert”: Mit dem verdienten Geld und Bier kann sich der Spieler neue Karten aus der Auslage kaufen. Die Karten werden sofort auf das Kartendeck gelegt. Somit zieht der Spieler die neuen Karten auf jeden Fall in der nächsten Runde.
Phase 6 - “Jetzt wird serviert”: Mit dem verdienten Geld und Bier kann sich der Spieler neue Karten aus der Auslage kaufen. Die Karten werden sofort auf das Kartendeck gelegt. Somit zieht der Spieler die neuen Karten auf jeden Fall in der nächsten Runde. FOTO: LR-Med / Marcus Scheib

Phase 7 - “Sperrstunde”: In dieser Phase verlassen die Gäste das Lokal. Jeder Spieler nimmt daher alle Karten aus seiner Taverne und legt sie offen neben seinen Nachziehstapel. Dies ist nun der Ablagestapel.

Nach Phase 7 ist die aktuelle Runde beendet und die nächste Runde beginnt mit Phase 1.

Anfangs klingen 7 Phasen je Runde sehr viel. Die Phasen werden jedoch zügig abgehandelt. Die Spieler spielen die meisten Phasen parallel. Eine Runde dauert deshalb selten länger als 5 Minuten.

Fazit zu “Die Tavernen im tiefen Thal”

“Die Tavernen im tiefen Thal” ist ein sehr thematisches Spiel. Jedes Element des Spieles ist liebevoll gestaltet. Die einzelnen kleinen Kniffel clever überlegt. Es macht einfach Spaß von Runde zu Runde seine Taverne auszubauen und sein Kartendeck mit neuem Personal und Gästen zu erweitern. Die Mechanismen des Spiels funktionieren tadellos.

Wer bereits andere Wolfgang Warsch Spiele wie beispielsweise “Doppelt so clever” gespielt hat, wird das wählen von Würfeln und geschickt Zuordnen an passende Orte kennen. Als Spieler merkt man schnell, dass es gut ist für jede Würfelzahl im Kartendeck die passende Karte zu haben. Die Idee mit Würfeln bestimmte Module zu aktivieren, kennt man auch aus Spielen wie “Machi Koro”.

Wolfgang Warsch erfindet in diesem Spiel keine neuen Spielmechaniken. Aber er setzt bekannte Ideen neu zusammen und verpackt diese sehr geschickt in das Thema einer Taverne.

In unseren Runden haben wir stets im Modul 1, das Einsteigermodul gespielt. Für Fortgeschrittene hält das Spiel auch noch 2 weitere Module bereit. Beide Module machen das Spiel noch komplexer. Dadurch bekommt “Die Tavernen im tiefen Thal” einen sehr hohen Wiederspielwert.

Jeder Spieler mit einem leichten bis sehr ausgeprägten Ordnungssinn wird dieses Spiel lieben! Jedes einzelne Teil hat seinen eigenen Platz, in den es perfekt passt! Auch das Regelheft verwendet sehr viele Worte darauf, wo welches Teil hinzulegen ist.

Was dem Spiel jedoch fehlt, ist die Interaktion mit den Mitspielern. Zwar bekommt man über die Bierdeckel die Würfel der Mitspieler weitergereicht, aber darüber hinaus gibt es keine Möglichkeit die Mitspieler zu beeinflussen. So bastelt jeder Spieler fleißig an seiner eigenen Taverne. Erst bei der Abrechnung am Ende stellen die Spieler fest, wer tatsächlich am besten gewirtschaftet hat.

Für das Spiel sind 8 Runden vorgegeben. Das empfanden wir in unseren Testspielen jedoch als zu kurz. Ein Spiel über 10 Runden hat für uns mehr Sinn gemacht.

Trotz der kleineren Kritikpunkte wird “Die Tavernen im tiefen Thal” bei uns auch zukünftig gerne gespielt werden.

Am Anfang des Textes zitierte ich das Sprichwort “Wer nichts wird - wird Wirt ...”. Das Sprichwort geht übrigens weiter mit “... und wem auch dieses nicht gelungen, der macht in Versicherungen”. Vielleicht können wir uns ja in nächster Zeit auf ein Versicherungsspiel von Wolfgang Warsch freuen? Vielleicht “Die Versicherungen im verlorenen Valley”?

Das hat uns an „Die Tavernen im thiefen Thal“ gefallen

Sehr thematisches Spiel.
Sehr schöne Illustrationen.
Das Spiel lässt sich schnell erklären.
Sehr aufgeräumt: Jedes Teil hat seinen Platz.
Hoher Wiederspielwert durch weitere Module.

Das könnte noch besser sein:

Zu wenig Runden je Spiel.
Zu wenig interaktion mit den Mitspielern.
Ein QR-Code auf der Rückseite der Regeln verspricht ein Regelvideo. Man landet jedoch lediglich im Shop von Schmidt-Spiele.

Gesamtauswertung:

Wie komplex ist das Spiel
6/10 Okay
Wie verständlich sind die Regeln
9/10 Sehr leicht.
Wie gut ist das Spielmaterial
8/10 Gut
Wie Familientauglich ist das Spiel
8/10, ab 10
Wie ist das Preis-Leistung verhältnis?
7/10, ≈38€
So gut fanden wir das Spiel
7/10, Gut