Freiberufler und Selbstständige haben bei der Krankenversicherung die Wahl: Entweder versichern sie sich privat oder sie werden Mitglied der gesetzlichen Kassen. Die Beiträge bemessen sich dann nach dem Beitragssatz der Versicherungen und dem Einkommen. Der große Vorteil der gesetzlichen Kassen: Für nicht-berufstätige Kinder und Ehegatten gibt es die beitragsfreie Familienversicherung. In der privaten Kasse muss dagegen für jedes Familienmitglied eine Versicherung abgeschlossen und bezahlt werden.

Schutz bei Berufsunfähigkeit
Ein Muss für Selbstständige ist auch der Schutz gegen Berufsunfähigkeit. Denn die Leistung der privaten Versicherung ist die einzige Einnahmequelle, wenn der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Problematisch kann es in gefährlichen oder krankheitsanfälligen Berufen werden, in denen Schutz gegen Berufsunfähigkeit nur sehr schwer, mit Leistungsausschlüssen oder gegen hohe Prämien zu bekommen ist. Dann bietet sich eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung an, die zumindest Schutz bietet, wenn der Versicherte überhaupt nicht mehr in der Lage ist, irgendeine regelmäßige Erwerbstätigkeit auszuüben. Keine Alternative ist dagegen die Unfallversicherung. Denn die meisten Fälle von Berufsunfähigkeit entstehen durch Krankheiten und nicht durch Unfälle.
Das Unternehmen selbst braucht eine Betriebshaftpflichtversicherung: Sie schützt vor allen Schadenersatzansprüchen, die möglicherweise an den Betrieb gerichtet werden. Die Versicherung reguliert Schäden und wehrt auch unberechtigte Ansprüche ab - notfalls vor Gericht. Außerdem ist in einigen Fällen eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung erforderlich. Sie tritt ein, wenn den Kunden eines Unternehmens oder eines Freiberuflers finanzielle Vorteile entgehen oder finanzielle Nachteile entstehen, die etwa auf eine falsche Beratung zum Beispiel bei Anwälten oder Steuerberatern zurückzuführen sind.
Ebenfalls wichtig ist eine Inhaltsversicherung, eine Art Hausratversicherung für den Inhalt der Geschäfts- und Lagerräume. Wird beispielsweise die Betriebseinrichtung bei einem Einbruch gestohlen oder zerstört, muss für das Weiterarbeiten schnell Ersatz beschafft werden. Die Inhaltsversicherung ersetzt die finanziellen Aufwendungen für diese Wiederbeschaffung. Geschützt wird das Inventar gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm, Einbruch und Diebstahl oder Raub.
Daneben ist in vielen Fällen bei einer aufwändigen Ausrüstung eine Elektronikversicherung sinnvoll, die Computer, Fernseher, Kassen, Telefonanlagen und Ähnliches gegen Diebstahl, Kurzschluss und Überspannung versichert. Existenziell kann auch eine Betriebsunterbrechungsversicherung sein. Liegt der Betrieb lahm - etwa nach einem Feuer - wird der Verdienstausfall des Betriebes von der Versicherung übernommen.

Beratung durch Fachmann
Um wirklich passenden und auch günstigen Versicherungsschutz zu bekommen, müssen verschiedene Angebote eingeholt werden. Denn vergleichbare Leistungen werden durchaus zu sehr unterschiedlichen Preisen angeboten. Sinnvoll ist auf jeden Fall die Beratung durch einen Versicherungsmakler, der auf Selbstständige, Freiberufler oder Unternehmen spezialisiert ist und möglichst auch noch Kunden aus derselben Branche hat. Er kennt die potenziellen Risiken und weiß, wo und wie sie zu einem guten Preis versicherbar sind.
Wer auf der Suche nach einem Makler ist, findet auf der Internetseite des Bundesverbandes der Versicherungsmakler unter www.bdvm.de Adressen und Ansprechpartner. Versicherungsvermittler sind darüber hinaus auch auf der Homepage des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute in Bonn unter www.bvk.de zu finden.