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| 01:26 Uhr

SeeCampus kämpft noch mit Startproblemen

Sorgen dafür, dass die Technik funktioniert: Dywidag-Projektleiter Steffen Reuner (l.), und Haustechniker Tino Leisner. Foto: Feller
Sorgen dafür, dass die Technik funktioniert: Dywidag-Projektleiter Steffen Reuner (l.), und Haustechniker Tino Leisner. Foto: Feller FOTO: Feller
Schwarzheide. Die erste Unterrichtswoche am Bildungszentrum SeeCampus Niederlausitz in Schwarzheide ist vorbei – und die Liste der Kritikpunkte lang. Allerdings möchte kaum ein Schüler oder Lehrer zurück in die alten Schulhäuser.



Kaum ein Neubau ist beim Einzug komplett fertig. Auch die installierte Technik funktioniert nicht sofort problemlos. Erst recht nicht in einem Passivhaus, das nur so vor Steuerungssystemen strotzt wie der SeeCampus. Die gewünschten Einspareffekte sollen die Anfangsschwierigkeiten bald zurückdrängen. Dem einen sind die aktuell eingestellten 22 Grad zu warm, anderen zu kalt. Viele stören sich am permanenten Brummen, das vom vorgewärmten Luftstrom in den Räumen erzeugt wird. Andere hören es schon nicht mehr. Von dicker Luft und Kopfschmerzen nach acht Stunden Unterricht ist auch die Rede. Die Klassen- und Gruppenräume seien kleiner als in den bisherigen Schulen, ebenso in einigen Räumen das Mobiliar. Ein Treppenhaus für 900 Schüler sei gewagt. Die fensterlose Aula wird im Vergleich zu den bisherigen Sälen als beengt bezeichnet. Viele der installierten Geräte würden erst nach und in Betrieb genommen. Am schlimmsten ist jedoch für die meisten Schüler, dass der stark gedämmte Betonbau im Innern so gut wie keinen Handyempfang zulässt.

Dass im SeeCampus einiges kleiner ausgefallen ist, begründet der Landkreis als Auftraggeber mit dem finanziellen Rahmen von rund 22 Millionen Euro. Mehr sei nicht machbar.

Alles andere sind nach Aussage von Margit Lieback, Leiterin des Oberstufenzentrums Lausitz, Anfangsprobleme. “Der Unterricht an den ersten fünf Tagen hat halbwegs ordentlich funktioniert„, lautet ihr Zwischenfazit. “Wir hatten aber auch nur drei Tage Zeit zum Umziehen.„ Das heißt, auch den Pädagogen blieb nicht viel Zeit, sich mit den unzähligen Neuerungen vertraut zu machen. Dafür funktioniere das Leitsystem im Haus. Kaum jemand verirre sich mehr. Sehr gut sei die Mittagsversorgung. “Das Essen schmeckt„, so die Leiterin.

Gute Kritiken von allen Seiten bekommt die Drei-Feld-Sporthalle. Die Lehrer Thomas Müller (OSZ/Sport, Bio) sowie Katrin Bachmann (Sport, Pädagogik) und Roland Melke (Erdkunde, Sport), beide vom Gymnasium, loben sowohl die Möglichkeiten des Trennens der drei Felder, als auch die Ausstattung. Allerdings seien die Räume für das reichliche Material ebenso zu klein wie das Sportlehrerzimmer in der Größe von vielleicht sechs Duschkabinen.

Diese Makel, die dem engen Finanzkorsett zugeschrieben werden, gehen Projektleiter Steffen Reuner vom Betreiber Dywidag-Service-GmbH und Haustechniker Tino Leisner nichts an. Sie sorgen dafür, dass das Haus von Tag zu Tag besser funktioniert. Allein die Feineinstellung von Heizung und Lüftung während der Jahreszeiten mit unterschiedlichen Schülerzahlen werde ein Jahr dauern. “Wir kennen alle Probleme und sind dabei, sie zu lösen„, sagt Steffen Reuner. “In so einem neuen Gebäude, das auch noch ein Passivhaus ist, ist vieles auch eine Sache der Gewöhnung.„ Manfred Feller