Holger von der Krone am gestrigen Montag einen Seeadler befreit, der mit einem Zug in voller Fahrt zusammengeprallt war und sich eingeklemmt hatte. "Der Zug war auf der Strecke zwischen Zittau und Cottbus unterwegs", berichtet Jens Schobranski von der Bundespolizei. "Da der eingeklemmte Vogel aus dem Kupplungskasten an der Triebkopfspitze an der Unfallstelle nicht befreit werden konnte, war auf dem Cottbuser Hauptbahnhof fachgerechte Hilfe nötig." Für diese Hilfe sorgte Holger von der Krone. Er nahm das Tier mit in seine Praxis, wo er es untersuchte und die Diagnose stellte: "Zerrungen und Prellungen, aber der Seeadler wird wieder fliegen können." Zwar rührte der Vogel die angebotene Hühnerkeule zunächst nicht an. Doch als er sich unbeobachtet wähnte, stärkte er sich an der Nahrung. Am Montagnachmittag hatte sich der Seeadler immerhin so weit aufgerappelt, dass er einer Revierförsterei übergeben werden konnte, die ihn nach Auskunft des Tierarztes in die Obhut eines Falkners gab. Auch für Holger von der Krone eine dramatische Angelegenheit: "Ich bin mit Leib und Seele Tierarzt, und natürlich will ich dem Vogel helfen, wenn er eine Überlebenschance besitzt."Weder Tierarzt noch Seeadler wird die Nachricht kümmern, dass der Zug seine Fahrt in Richtung Forst nach dem Vorfall nicht fortsetzen konnte. Vor einiger Zeit päppelte Holger von der Krone schon mal einen Bussard auf, der sich verletzt hatte: Zwei Monate fütterte er das Tier mit der Hand. "Und irgendwann griff der Bussard wieder von selbst zum Futter." René Wappler