Das Gericht sprach den 44-Jährigen unter anderem der gefährlichen Körperverletzung für schuldig.

Der Adoptivvater Hicham „Roy“ El-Halabi war am 1. April dieses Jahres in die Kabine der damaligen Box-Weltmeisterin gestürmt und hatte ihr vor einem Titelkampf in Berlin-Karlshorst in Hand, Fuß, Bein und Knie geschossen. Außerdem hatte er zwei Wachleute vor Rola El-Halabis Kabine angeschossen und Monate zuvor, den Freund der jungen Frau schwer verprügelt.

Nach Ansicht des Gerichts schoss der Angeklagte „gezielt“ auf seine Tochter. Eine Tötungsabsicht unterstellte das Gericht El-Halabi aber nicht. Richter Thomas Groß sagte: „Es handelt sich nicht um einen schwer kriminellen Täter, sondern um einen massiven Beziehungskonflikt.“ El-Halabi sei „narzisstisch“ und „selbstbezogen“.

Hintergrund der Tat war laut Gericht, dass die heute 26-jährige Rola El-Halabi sich im Januar dieses Jahres von ihrem Adoptivvater als Manager getrennt hatte. Dieser hatte ihre Karriere bis dahin eng begleitet. Außerdem soll El-Halabi gegen die Beziehung seiner Adoptivtochter zu ihrem Freund gewesen sein. Der Richter sagte, das „egozentrische Ehrgefühl“ des Angeklagten habe nicht zugelassen, dass seine Tochter ein „selbstbestimmtes Leben“ führen wollte.

El-Halabi hatte die Karriere der zweifachen Profi-Weltmeisterin aufgebaut und sie von Kindheit an betreut. „Das ging so lange gut, wie der Sport alles war für Ihre Tochter“, sagte der Richter an die Adresse des Angeklagten gerichtet. Nachdem die Tochter begonnen hatte, sich zu wehren, kam es in der Familie zu Streit. Die Boxerin trennte sich von ihrem Adoptivvater als Manager und versuchte, ihre Karriere selbst zu steuern – bis der Vater dem mit seinem brutalen Anschlag ein Ende setzte.

Rola El-Halabi leidet weiter unter den Folgen ihrer Verletzung. Es sei nicht sicher, dass sie irgendwann wieder boxen könne, sagte ihr Anwalt Manfred Gnjidic.