Für Jan Klußmann ein schönes Beispiel, dass die Winkelzüge der Politik und Verwaltung sich damals nur wenig von den heutigen unterschieden. Denn der Bericht zeigt, dass über die "Einverleibung der Landgemeinde" im Jahr 1897 kaum jemand begeistert war. "Durch die Eingemeindung von Alt Forst hatte die Stadt bereits einen ganzen Teil Schulden mit übernommen", erklärt Klußmann. Deshalb fand sich für die Eingemeindung von Berge nun keine Mehrheit. "Es gab unter der Bevölkerung große Bedenken, Berge zu übernehmen", so Klußmann. Durchgesetzt wurde der Vorgang dennoch - und zwar auf Druck der Sorauer Kreisverwaltung, die dazu ein Gutachten anfertigen ließ und durch die Bezirksverwaltung Frankfurt (Oder). Hintergrund ist das Ausscheiden der Stadt Forst aus dem Sorauer Kreis und die angestrebte Bildung eines eigenen Stadtkreises. Der Bericht der Stadt Forst sieht in der angeordneten Eingemeindung den Versuch Forst "das wenig steuerkräftige Dorf als Mitgift auf den Weg zu geben", wie es spitzfindig in dem Bericht heißt. So kamen 5626 Seelen neu zur Stadt Forst. Die Begeisterung darüber hielt sich allerdings in Grenzen, wie Archivar Klußmann weiß. Doch auch damals half wie heute Geld als überzeugendes Argument Im Bericht heißt es: "Magistrat und Stadtverordnete hatten den völlig aussichtslosen Widerstand bereits am 15. und 18. Juni (1896) desselben Jahres aufgegeben und sich inzwischen - nicht ohne Erfolg - bemüht, aus diesem Anlass wenigstens einige Leistungen des Staates zu Schulzwecken zu sichern."