Mehr als 1000 Menschen mussten in der am schwersten betroffenen Stadt Wajima in der Zentralprovinz Ishikawa Zuflucht in Schulen und anderen Gebäuden suchen. Eine 52-jährige Frau wurde in ihrem Garten von einer umstürzenden Steinlaterne erschlagen. Der öffentliche Verkehr in der Region Hokuriku wurde stark behindert. Der Flughafen auf der Halbinsel Noto musste wegen beschädigter Rollbahnen ganz schließen.
"Es gibt so viele Verletzte. Wir können die Lage noch gar nicht abschätzen", sagte ein Krankenhausmitarbeiter in Wajima zu Reportern. Fast 50 Wohnhäuser kollabierten in Folge des Bebens von 9.42 Uhr Ortszeit, mehr als 200 Häuser wurden schwer beschädigt. Die meisten Opfer verletzten sich Medienberichten zufolge, als sie durch die Erschütterung der Erde hinfielen oder von umfallenden Mauersteinen und anderen Gegenständen getroffen wurden. Das Zentrum des Bebens lag nach Behördenangaben in elf Kilometern Tiefe vor der Küste von Noto.
In Hunderten Gebäuden fiel der Strom aus, mindestens 4500 Häuser waren wegen geplatzter Leitungen von der Wasserversorgung abgeschnitten. Stellenweise kam es zu Erdrutschen, Straßen rissen auf. Kernkraftwerke in der Region wiesen nach Angaben der Betreiber jedoch keine Störungen auf. Der ersten Erschütterung folgten bis zum Abend rund 100 spürbare Nachbeben. Die nationale Meteorologische Behörde warnte die Bewohner der Region Hokuriku auch für die kommende Woche vor weiteren starken Nachbeben. Eine ausgegebene Flutwellen-Warnung hob die Behörde auf.
Am selben Tag wurde auch der Inselstaat Vanuatu im Südpazifik von zwei Beben der Stärke 7,3 und 7,1 erschüttert. Berichte über Schäden lagen jedoch nicht vor. (dpa/pk)